Ines Ines absolvierte ihren ersten Dauerlauf 1991, ganze 8 (!) Minuten, zusammen mit mir. Aus diesem kurzen und nicht sonderlich beeindruckenden Debüt entwickelte sich Ines’ Liebe zum Laufsport. Über die Jahre wuchs ihre Ausdauer, die Läufe wurden länger, häufiger und reihten sich regelmäßiger. Auch Ines’ Lauflust wurde von unserer ersten Hündin Laska tüchtig angeheizt: Laufen statt Gassi, hieß oft die Devise. |
Udos Läufer-Vita Wie bei vielen anderen Menschen, die Laufen irgendwann als ihre sportliche Bestimmung begreifen, waren auch meine ersten Laufschritte unfreiwilliger Natur. Zwänge ergaben sich aus meinem Beruf des Soldaten bei jährlich wiederkehrenden, stets völlig unvorbereitet abgelegten Leistungstests auf der 5.000 m-Strecke. Seinerzeit hätte ich jene zwölfeinhalb Runden auf der Aschenbahn keinesfalls aus freien Stücken herunter getrabt. Was mich jedoch nicht daran hinderte, nach überstandener „Tortur“ stolz auf meine Leistung zu sein. |
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Eine Teilnahme an Volksläufen erwog Ines erst, als meine Marathonkarriere begann. Bei einem 10 km-Lauf – noch ohne offizielle Zeitmessung – rannte
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Mit Leistung meine ich mehr den mentalen Kampf gegen die – damals wirklich so empfunden! – schier endlose Strecke. Ich erinnere mich in jenen Jahren die 5.000 m einmal in einer Bestzeit von 24 Minuten und einigen Sekunden absolviert zu haben. Gar nicht mal übel, bedenkt man das völlige Fehlen von gezieltem Ausdauertraining und die eher unregelmäßige Teilnahme an anderen Sportarten wie Fußball, 100 m-Lauf, Weitsprung oder Kugelstoß – alles ohne wirkliche fachliche Anleitung und selbstverständlich ambitionslos. |
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Zunächst setzte auch Ines, wie sicher die Meisten LäuferInnen, auf eine Verbesserung ihrer Laufzeiten, wenngleich mit gebremstem, an ihre beschränkten zeitlichen Möglichkeiten angepasstem Ehrgeiz. Ihre Halbmarathonzeit drückte sie bis 2006 auf unter 1:57 Stunden.
Der Halbmarathon in Würzburg, an einem heißen Tag im Mai 2007, markiert eine Zäsur in Ines’ Einstellung zum Laufsport. Im Bemühen eine
Laska und Roxi Unsere Sheltie-Hündin Laska war stete Schrittmacherin vieler Trainingsläufe von
1991 bis zum Beginn des neuen Jahrtausends. In ihren letzten Lebensjahren mussten wir leider zunehmend auf ihre Begleitung verzichten. Laufvermögen und Gehör schwanden mehr und mehr. Beides Eigenschaften, die für den Laufspaß unserer Hunde unerlässlich sind. Im Mai 2006 verschlechterte sich ihr Zustand binnen weniger Tage dramatisch. Die Reise zum Prag Marathon, meinem bisher schnellsten Marathon, machte sie noch mit,
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Roxi stieß nach drei Jahren hundeloser Zeit im April 2009 zum Laufrudel. Vom ersten Tag an erfreute sie uns mit ihrem explosiven, absolut unerschöpflichen Bewegungsdrang. Darüber, dass Roxi auch Marathon und weiter laufen kann, Bestand für uns nie ein Zweifel. Für Läufer und Hund ergibt das allerdings nur Sinn und Vergnügen, wenn Roxi nach der Startphase frei laufen kann. Somit müssen wir Stadtmarathons oder überwiegend auf befahrenen Straßen ausgetragene Wettkämpfe leider ohne unser Laufwunder auf vier Pfoten bestreiten. Ein Porträt von Roxi findest du unter dem
So schön kann Laufen sein ...
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Den Anstoß zu mehr oder weniger regelmäßigem Laufen gab ein Arzt in den 1980er Jahren, der mich (aus sportfernen Gründen) einem Belastungstest unterzog und mir eine zu geringe Langzeitausdauer bescheinigte, wie sie vielen Fußballamateuren eigen ist. Er riet mir mehrmals die Woche zu joggen, was ich in der Folgezeit sporadisch, später immer häufiger und oft mit erstaunlichem Spaß unternahm. Und nur diesem Spaß ist die Verselbständigung zu danken, die sich mit den
Jahren vollzog. Die läuferische Entwicklung stand mir weder als Ziel vor Augen, noch erkannte ich in jenen Jahren, dass da etwas in mir wächst. Ich hielt lange Zeit nicht mal Rückschau, in der ich die Tatsache, zum Freizeitläufer zu mutieren, stolz oder wenigstens erfreut hätte feststellen können. Auf den Hund
Zu jener Zeit – in den 1990er Jahren – maß ich meine Laufaktivitäten in Minuten oder Stunden, niemals in Kilometern. Auch die Laufgeschwindigkeit interessierte mich nicht. Im stets gleichen Wohlfühltempo spulte ich meine Läufe ab. Zuweilen ergaben sich ziemlich ausgedehnte Läufe, die Halbmarathon-Distanz erreicht oder überschritten haben dürften. An Volksläufe oder gar Wettkämpfe verschwendete ich keinen Gedanken. Nicht aus Abneigung, einfach, weil mir der Gedanke gar nicht in den Sinn kam. Manchmal spukte das Phantom „Marathon“ durch meinen Kopf, obschon ich damals nur die ungefähre Länge der dieser Strecke
kannte. Einen Marathon zu laufen entsprach aber in nahezu idealer Weise meiner Neigung bisweilen körperlich
Einmal wanderte ich an einem Wochenende südwärts, auf einem Fernwanderweg Richtung Alpen, der Devise folgend: „So weit die Füße tragen“. Mit zig entsetzlich schmerzenden Blasen erreichte ich schließlich das Allgäu, schleppte ich mich zu einer Bahnstation und fuhr wieder heim. Die Ambivalenz meiner Empfindungen – heftiger Schmerz und/oder völlige Erschöpfung, gepaart mit tiefer Zufriedenheit – anlässlich dieses Abenteuers sollte mir künftig häufiger beschieden sein. Zum Beispiel auf Bergtouren durch die Alpen oder auch beim Höhenbergsteigen in Südamerika, in Nepal und am Kilimanjaro im Herzen Afrikas.
Für einen solcher Art „gestrickten“ Typen, einen Läufer zumal, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich der Marathonwunsch nicht mehr verdrängen ließ. Einzig die Furcht vor den Folgen von 40 Kilometern hartem Asphalt und die fehlende Vorstellung, wie man sich sinnvoll auf ein solches Unternehmen vorbereitet, hielten mich von der Umsetzung ab. Die Lektüre eines Marathonbuches beseitigte meine Ängste und wies mir mit seinen Trainingsplänen den richtigen Weg. Nach 12 Trainingswochen voller Selbstzweifel – wie sie notwendigerweise jeden Debütanten überfallen – genoss ich im September 2002 in Berlin das erste Marathon-Finish meines Lebens und das im „zarten“ Alter von 48 Jahren. Was dieses Erlebnis in mir freisetzen würde, konnte ich nicht ahnen. Ich hatte einen harten Kampf erwartet, sah mich mit letzter Kraft über die Ziellinie stolpern. Stattdessen rannte ich mich in totale Euphorie, getragen von unerwartet robuster Ausdauer und einer
Wie schnell kann ich einen Marathon laufen, wenn ich viel und richtig trainiere? Die Suche nach meinem persönlichen Zeitlimit bestimmte Zielsetzung und Training der nächsten Jahre. Während den Angriffen auf die Zielzeiten 3:30 h und 3:15 h beinahe planmäßig ein Sieg folgte, biss ich mir an der Schallmauer Drei-Stunden mehrmals die Zähne aus. Mein schnellster Marathon, nach dem bis dahin mörderischsten Trainingsplan, brachte mich 2006 in Prag nach 3:01:50 h ins Ziel.
Fortan fehlte mir die Lust, die Jagd nach „Sub3h“ fortzusetzen. Was würde sich ändern, wenn ich bei einem der nächsten Versuche tatsächlich knapp unter drei Stunden bliebe? Welche Grenzerfahrung könnte ich noch einfahren, da ich nun schon wusste, dass drei Stunden für mich die ungefähre Ultima Ratio des Marathons darstellen? – Jenseits des Marathons liegen die Ultrastrecken und von ihnen schienen mir 100 km als nächstes Ziel geeignet. Meine ehrgeizige Neigung körperliche Limits zu erfahren war allerdings immer mit der Frage nach dem Machbaren verknüpft. Höher, schneller, weiter – das schon, aber stufenweise und mit Aussicht auf Erfolg. Ein 6-Stunden-Lauf (mit 70,568 gelaufenen Kilometern) bildete die wichtige Etappe auf dem Weg zum Mekka der Ultraläufer nach Biel. Dort
An dieser Stelle muss ich zum besseren Verständnis mein Selbstverständnis als Läufer formulieren: Ich stelle mich nur Herausforderungen, deren Distanzen ich mutmaßlich zu hundert Prozent laufend bewältigen kann. Reicht es dazu mangels Trainingsaufwand oder körperlicher Robustheit nicht, dann bescheide ich mich mit kürzeren Distanzen. 100 Kilometer waren fortan keine unüberwindliche Hürde mehr. Also was jetzt? Spätestens wenn du 100 Kilometer am Stück gelaufen bist, beginnst du zu realisieren, dass mit dem richtigen Training (und natürlich einem robusten Körper) beinahe jede Distanz möglich ist … Und deshalb stellte ich mir die Frage, ob es mir gelingen würde einen ganzen Tag lang, 24 lange Stunden, ohne Ruhepause zu laufen. Natürlich muss man in dieser Zeit Trinken, Essen,
Notdurft verrichten und sich möglicherweise auch umziehen.
2008 unternahm ich den elend langen Anlauf von 3.000 Trainingskilometern, davon 20 Trainings-Marathons und -Ultras, um diese gewaltige Prüfung zu bestehen. Ich war natürlich nicht sicher, tatsächlich einen vollen Tag laufend zu überstehen, jedoch davon überzeugt, mir das maximal mögliche Trainingspensum auferlegt zu haben ... Der 24 Stunden lange Wettkampf in Berlin, auf einer gut 1.000 Meter langen Rundstrecke, belohnte mich mit einem fantastischen, kaum für möglich
Platzierungen oder Titel waren eigentlich nicht Teil meiner Laufmotivation. Dafür war ich auf „kürzeren“ Strecken (HM, M, 100 km) zu langsam. Wer mit 48 Jahren systematisch zu trainieren beginnt und eine späte Wettkampfkarriere startet, kann auf diesen mit Teilnehmern übersättigten Distanzen keinen Blumentopf mehr gewinnen. Nun gut, bisweilen stand ich in meiner Altersklasse auch mal auf dem Treppchen, belegte einmal, in einem Marathon mit nur gut 100 Teilnehmern, auch den zweiten Gesamtplatz. Aber das waren immer angenehme, vom Zufall mitbestimmte Zusatzgeschenke. Vor dem 24-Stundenlauf lag der Fall anders. Mir war klar, dass ich ziemlich weit vorne würde mitlaufen können, auch wenn einige der deutschen Spitzenläufer auf dieser Distanz am Start sein würden. Am Ende aber vierbester deutscher Läufer in dieser Distanz zu sein, stürzte mich in arge Verwirrung. Im Grunde meines Herzens
Einige Wochen lief ich nicht mehr – ich flog … Es ist schwer nach einem solchen Sieg die Bodenhaftung wiederzugewinnen. Nichts scheint mehr unmöglich, selbst in einem Alter von damals schon 54 Jahren. Kaum bezähmbare Euphorie und fehlende Erfahrung, wie man nach so einem Mammutlauf adäquat regeneriert, stießen mich dann zum Saisonausklang vom Himmel in die tiefste, einem Läufer drohende Hölle. Ein ziehender, gemeiner Schmerz im rechten Bein, der trotz 6-wöchiger Laufpause und intensiver Behandlung monatelang nicht weichen wollte, zwang zu anderthalb Jahren Marathonpause. Erst im
Obschon mittlerweile einige Ultraläufe in meinem Laufbuch stehen, darunter 6-, 12- und 24-Stundenläufe, zwei 100 km-Läufe, 73 km über den Rennsteig, 80 km von Karlsruhe durch den Schwarzwald, 51 km quer durch den Harz, bleibt der Marathon für mich das Maß aller schönen Laufdinge. Am Ultralauf liebe ich am meisten, dass ich zur Vorbereitung viele Marathons laufen darf ... Hinweis: Unsere Seite ist für die Browser Internet Explorer (Schriftgrad mittel) und Mozilla Firefox optimiert und wird von anderen Browsern möglicherweise nicht fehlerfrei dargestellt. |
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