4. April 2026
Viermal war ich schon Teilnehmer am Ostermarathon in Berlin und rühmte dessen vorbildliche Durchführung. In diesem Jahr scheint man sogar einen Draht nach „oben“ zu haben. Nahezu zeitgleich mit dem Startschuss reißt der bis dahin bewölkte, regenschwangere Himmel auf. In noch 10°C kühler Luft macht sich das Feld der rund 60 Osterläuferinnen und -läufer auf den Weg - nur auf den ersten etwa 800 Metern dicht beisammen
und schnurgerade am Ufer des Hohenzollernkanals entlang. Kanäle, durchgehende, verbindende, auch Stichkanäle, sind charakteristisch für die Bundeshauptstadt. Geflutet werden sie von Wasser, das in Spree und Havel zur Stadt fließt. Vor allem die Havel ufert zigfach aus, bedient etliche Buchten. Nicht selten beachtliche Wasserflächen, die begrifflich als „Seen“ etikettiert werden. Wahrscheinlich haben schon die meisten Deutschen außerhalb Berlins vom Wannsee gehört. Ebenso groß, nur weniger
geläufig ist der Tegeler See, an dessen Ufer sich die Läuferschar nun orientiert und den wir in der Folgezeit vollständig umrunden werden.
Wie inzwischen üblich, sehe ich vom Gros des Feldes anfangs nur die Hacken, nach wenigen Minuten gar nichts mehr, erst recht nicht im unübersichtlichen, ufernahen Wald. Andreas*, der sich nach auskuriertem Ermüdungsbruch noch zurückhält, stößt zu mir. Wie üblich fällt mir der Anfang schwer. Auch nach ein, zwei Kilometern will die Steife im Fahrgestell nicht weichen. Das Gewicht des Laufrucksacks scheint mich auf den Boden zu pressen. Was natürlich pure Einbildung ist, weil der Tornister samt Inhalt - Wassernotration und 8 Gels - nicht mal ein Kilo auf die Waage bringt. Wahrnehmungen von Schwere und Steifigkeit stellten sich häufig zu Beginn langer Kanten ein. Oft lösten sich die Widerstände in Wohlgefallen auf, dann und wann waren sie Vorboten einer beinharten zweiten Hälfte. Auch heute ist unklar, in welche Richtung das Pendel ausschlagen wird …
*) Andreas Bettingen veranstaltet exklusive Marathonläufe für Selbstversorger in und um München. An mehreren durfte ich bereits teilnehmen.
Wir profitieren voneinander, Andreas und ich. Er, weil er gerne redet beim Laufen. Ich, weil mir Zuhören, gelegentliches Antworten und zwei, drei gezielte Fragen die Strecke verkürzen. Zudem steht er mir unfreiwillig Modell beim Einfangen von Streckenimpressionen. Dann fällt Andreas wieder ein, dass sein Nebenmann
Laufen vorzugsweise still genießt. Aber ich kann ihn beruhigen: Erstens ist nicht egal, wer auf mich einredet, darüber hinaus verfüge ich über mehr oder weniger sanfte Taktiken zur „Stummschaltung“ eines lästig Redseligen. Die einfachste, eventuell brüskierend wirkende: Offen ansprechen, dass ich gerne ohne Beschallung laufen möchte.
Durch wachsende Wolkenlücken bricht immer wieder die Sonne, macht Versprechungen für den Rest des Tages. Minutenlang heizt mir der Stern ein, bis ich kurzentschlossen die Handschuhe ausziehe und im Rucksack verstaue. Auch das Schlauchtuch auf dem Kopf muss letztendlich weichen. In laufkluger Voraussicht klemme ich es mir allerdings griffbereit untern Bund der Laufhose. Unterdessen, nach drei, vier Kilometern, bin ich warmgelaufen
und im Wettkampf angekommen. Dabei natürlich entschlossen weiterhin die von Beginn an praktizierte Tempozurückhaltung zu wahren. Schließlich gibt es keinen Grund anzunehmen, dass ich heute besser gerüstet sein könnte, als anlässlich der vorangegangenen Läufe, die mich allesamt im letzten Drittel in die Erschöpfung trieben.
Guter Dinge jogge ich neben Andreas her, höre ihm zu. Gemeinsam bewältigen wir die angekündigte, von Bauarbeiten am Tegeler Wasserwerk erzwungene Streckenänderung. Der bereitgestellte Track auf der Uhr leitet uns sicher. Schließlich kommt die Tegeler Uferpromenade in Sicht, noch in jedem Jahr ein Highlight der Strecke. Unter Alleebäumen läuft man am Wasser entlang, kann Ausschau halten, was da so an noch winterfest gemachten Ausflugschiffen vor Anker
liegt, dahinter den Blick über den See schweifen lassen … Durfte ich vormals, nun nicht mehr; war Knie-bedingt zwei Jahre nicht mehr hier, weiß also nicht, seit wann die Promenade den Osterläufern verwehrt blieb, noch kenne ich den Grund dafür. Heute zwingt uns der Track jedenfalls weitab, parallel zum Ufer zu laufen. Sehr schade.
Eine der vorhin mit Andreas diskutierten Taktiken, um geschwätzige Mitläufer loszuwerden, kommt genau jetzt, jedoch ohne wirkliche „Trennungsabsicht“ zur Anwendung. Ich muss nämlich wirklich und das dringend. Andreas joggt weiter, äußert Zuversicht alsbald von mir eingeholt zu werden. Derweil tue ich, was laufende Menschen manchmal tun müssen und kehre danach auf die Strecke zurück. Trabe los, blicke verträumt in Richtung Wasser, orientiere mich zwischendurch, bin ganz und gar arglos …
Unvermittelt setzt ein, was ich zu diesem frühen Zeitpunkt - mit erst 6 km in den Beinen - absolut nicht erwartet hätte. Ein Zucken oder Krampfen im, am, um den Magen. Was und wo auch immer, jedenfalls etwas völlig Unbegreifliches. Nichts Neues, das nicht. Ich kenne „es“ seit mehr als einem Jahr. Es meldet sich stets ohne Vorwarnung und nur beim Laufen, beinahe ansatzlos und zu keinem vorhersehbaren Zeitpunkt. Besonders letztere Eigenschaft macht mich heute ziemlich fassungslos. Vor zwei Wochen beim 6h-Lauf passierte „es“ in der Schlussphase, da hatte ich den Marathon schon im Sack, steuerte den Ultra an. Heute nach 6 Kilometern? Fassungslosigkeit allein trifft es nicht, es ist auch Panik dabei.
Was den Zeitpunkt so unbegreiflich macht, ist meine bisherige Pace. Die lag durchweg über 7 min/km. Langzeiterschöpfung oder kurzzeitig zu intensive Ausdauerbelastung scheiden als Ursache also aus. Was in aller Welt ist da nur los? Seit über einem Jahr stelle ich mir diese Frage, wenn „es“ mal wieder passiert. Kein medizinischer Scann, gleich in/an welchem Organsystem, konnte eine Erklärung liefern. Aber es ist physiologisch real, auch wenn es medizinisch nicht zu existieren scheint, zumindest nicht diagnostizierbar ist. Zwischenzeitlich und mehrfach,
schien ich das Phänomen hinter mir gelassen zu haben. Blieb mal drei Monate oder auch etliche Wochen unbelästigt, bis es sich bei Trainings zurückmeldete. Marathonläufe bestritt ich meiner schwachen Ausdauerverfassung gemäß sehr langsam und blieb bis vor zwei Wochen verschont. Und jetzt das, jetzt diesen Mist nach nur SECHS Kilometern.
Noch hält es sich zurück, muckt und droht. Ich laufe weiter, versuche durch tiefes in den Bauch Atmen und verhalteneres Traben zu verhindern, dass es vollends „ausbricht“. Denke an den Marathon in der Fränkischen Schweiz letztes Jahr im September, als mich das Unbekannte nach 13 Kilometern heimsuchte. Kurz darauf weitere zwei, drei Mal auftrat, dann wieder abklang, mich den Marathon unbehelligt zu Ende bringen ließ. Natürlich hoffe ich, dass „es“ sich heute ähnlich gebärden wird. Ein, zwei Kilometer weit vermag ich das Unheil klein zu halten, dann nicht mehr.
Es schwillt an, übermannt mich beim Laufen, klingt wieder ab. Hoffen: Bestimmt hört es wieder auf. Fortan stehe ich tippelnd im lautlosen, für etwaige Beobachter unsichtbaren Gefecht. Mein Gegner ist sinnlich, sensorisch wahrnehmbar, ansonsten unsichtbar und hinsichtlich Residenz und Auslöser okkult. Zum Glück
gibt es so gut wie keine Beobachter, vor allem keine, die mich kennen und womöglich ansprechen, während meine Laufwelt gerade unterzugehen droht. Mir bleibt weiter zu hoffen: Ganz bestimmt hört es wieder auf.
Ich hatte mir nach sporadischem Auftreten im Training und zuletzt beim 6h-Lauf eine feine Erklärung zurechtgelegt. Hoch spekulativ, daher nicht mehr als eine These: Abriss des Energieflusses bei Überlastung, ausgelöst vom vegetativen Nervensystem. Ich bin geneigt diese Theorie komplett in die Tonne zu treten. Heute fühlt es sich eher an, als handele es sich um eine Kapriole meines Magens, der mir so manchen Streich spielte, auch schon in jungen Jahren. Zwar hatte ich die anfänglich naheliegende „Magentheorie“ verworfen, doch: Heute drückte es schon vorm Start im Oberbauch. So sehr, dass ich zu Keksen griff, um den Verdauungstrakt zu befrieden und nicht magenleer aufzubrechen. Und nun drückt „es“ am/ums/im Organ schon wieder.
Innerlich aufgewühlt, halb zerrissen von mehrfach enttäuschtem Hoffen, laviere ich durch die Kilometer sieben bis zehn. Sehe viel, interessiere mich, der Situation ausgeliefert, für nichts. Fotografiere auch, vollautomatisch sozusagen, denn Dokumentieren in Form einer Bilderstrecke wurde mir über die Jahre zur Marathon-Selbstverständlichkeit. Zudem bewahren die Schnappschüsse im beunruhigend Außerordentlichen ein Stück Laufnormalität, an das ich mich klammere. Ich werde mich zum ersten Verpflegungspunkt (Km 11) „durchschlagen“, dort das erste Gel einwerfen, trinken, vielleicht noch ein bisschen was „Festes“ vom Büffet nachlegen. Absicht: den Magen füllen und beruhigen, dabei hoffen, dass „es“ dann
verschwindet … Bis dorthin ändert sich nichts: „Es“ schwillt an, übernimmt die Körperregie, ich tippele langsamer oder bleibe kurz stehen, dann weicht „es“ wieder. Mal um Mal.
Kilometer 11: Verhielte ich mich am Verpflegungspunkt wie ich mich fühle, ich bliebe stumm wie ein Fisch und ginge missmutig meiner Wege. Doch die Helfer stehen sich auch für mich die Beine in den Bauch und verdienen ein paar freundliche Sätze samt abschließendem Dank. Erst dann mache ich mich auf den Weg, trabe zurückhaltend an - Gel, Wasser und etwas Salziges im Bauch, Hoffnung auf Besserung im Kopf …
Ein paar Minuten sieht es aus, als wäre es mir gelungen die Krise zu überwinden. Dann platzt die Seifenblase und alles ist wie vorm Verpflegen. Ich zwinge mich weiterzulaufen, starte einen neuen Versuch die Belastung unterschwellig zu halten. Unterschwellig genug, um dem Zugriff des Rätselhaften vorzubeugen. Natürlich nervt mich, in diesem „Tempo“ kaum Raum zu gewinnen. Aber vielleicht bringt es ja was … Bis ich schließlich einsehe, dass es mir nicht gelingen wird mein Tempo auf diesem niedrigen Niveau zu halten. Ein paar Augenblicke der Unachtsamkeit und ich werde doch wieder schneller. Zu schnell und schon geht’s wieder los. - Dann probiere ich es mit schnellem Gehen, bin dabei mit etwa 10 min/km unterwegs. Der Druck im Magen hält an, das „abschnürende Zupacken“ unterbleibt. Eine Minute, zwei, dann wieder sacht lostraben. Auch diese Taktik schlägt fehl.
Unterdessen dringe ich immer weiter in Richtung zweiter Verpflegungspunkt vor, der mich bei Kilometer 19 erwartet. 14, 15, 16, 17 … irgendwann 18 km. Ein weiteres Mal gehe ich in dieser Zeit, länger als beim ersten Mal … ein erneuter fruchtloser Versuch. - Längst fragt sich der Leser: Warum bricht er den Lauf nicht ab? - Tatsächlich denke ich immer wieder auf dieser Option herum. Ende jedoch gedanklich stets vor derselben Barriere: Wie soll ich zurück zum Start/Auto kommen, wenn ich abbreche? Das ginge nur zu Fuß. Blöderweise habe ich kein Geld einstecken, um in einen Bus steigen zu können. Vielleicht am nächsten Verpflegungspunkt warten, bis man dort Zeit findet sich meiner zu erbarmen und freundlicherweise zurückzufahren? -
Einstweilen kann ich mich nicht zum Abbruch durchringen, vor dem sich neben der organisatorischen auch eine psychologische Hürde aufbaut: Nach „DNF“ (Did Not Finish) gehe ich leer aus, fahre trotz vieler Mühen unverrichteter Dinge wieder heim. Mehr noch und bedeutsamer als wahrscheinlich den meisten Lesern einsichtig: Es wäre das Ende einer makellosen Serie. Nicht einmal auf mehr als 380 Marathon- und Ultrastrecken musste ich aussteigen, hielt immer bis zum Ende durch.
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Nach dem nächsten Verpflegungspunkt erreiche ich - etwa bei Kilometer 21 und gerade mal wieder gehend - den nördlichsten Punkt der Strecke, bin augenblicklich also maximal weit vom Auto entfernt. Busfahren scheidet aus, Mitfahren am Verpflegungspunkt auch. Ich brachte es einfach nicht über mich zu fragen, lästig zu fallen. Demnach abbrechen und zurück gehen? - Da kann ich mich genauso gut - besser: genauso schlecht! - über Hälfte zwei der Strecke schicken … Und so geschieht es. Kein weiterer Versuch die Misere irgendwie zu beheben. Kurze Gehpassagen noch dann und wann, schließlich auch das nicht mehr. Vorwärts zuckeln, Meter um Meter … Aushalten, Durchhalten.
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An dieser Stelle beende ich den beschreibenden Laufbericht. Das habe ich 381 Mal zuvor vermeiden können. Diesmal muss es sein. Erstens fehlen mir die Worte erlebbar mittzuteilen, was mir auf dem zweiten Halbmarathon widerfährt. Zweitens will ich niemandem außer mir selbst die nun folgende, noch einmal mehr als drei Stunden dauernde Folter zumuten. Dass wäre sinnlos. An Stelle von Text setzen ausgewählte, chronologisch geordnete Bilder den Laufbericht fort. Nicht mehr zu fotografieren war mir unmöglich. Wo nötig steht eine kurze Erläuterung, was auf dem Bild zu sehen ist. Nach 6:12:26 Stunden erreichte ich das Ziel.
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An Tagen wie diesen … - Bedauerlicherweise durfte ich nicht ins kollektive Glücksgefühl einstimmen, das Menschen ergreift, wenn die bekannte Textzeile der „Toten Hosen“ erklingt. Für mich verkehrt sich ihr Sinn ins Gegenteil: An Tagen wie diesen sollte ich nicht laufen! Die Schwierigkeit, ja Unmöglichkeit, besteht allerdings darin, „diese“ Tage im voraus zu erkennen. Es bleibt rätselhaft, warum das Phänomen so früh einsetzte und entgegen früherer Erfahrungen nicht wieder verschwandt. Selbstverständlich ungeklärt auch, wieso es überhaupt geschieht. Der nächste, absichtlich fordernd gestaltete Lauf, drei Tage nach diesem komplett „versemmelten“ Ostermarathon, gestaltete sich wieder völlig normal, desgleichen mehrere weitere einschließlich eines Intervalltrainings. In Berlin rang ich bis zum Schluss mit dem Obskuren. Wobei ich auf dem letzten Viertel der Strecke nicht mehr trennscharf „sortieren“ konnte, welcher Teil der Tortur aufs Konto „Phänomen“ und was auf jenes üblicher Ermüdung bzw. Abnutzung zu buchen war.
Es kann sein, dass ich mich in Augenblicken der Verzweiflung zum Abbruch hätte durchringen können - sofern es die Umstände zugelassen hätten (mehrere Runden oder Begleitung an der Strecke). Der Wunsch aufzuhören war konkret und stark - mehrfach zwischen dem ersten und zweiten Verpflegungspunkt. Danach nicht mehr, weil die Alternative fehlte und eine Art „Gewöhnung“ eingetreten war.
Letztlich bestätigte dieser völlig verkorkste Ostermarathon einmal mehr, was ich seit vielen Jahren weiß: Es ist mir schier unmöglich aus freien Stücken aufzugeben! Entscheidend dafür sind weder Ehrgeiz noch Willensstärke, beides wohl auch vorhanden. Den Ausschlag gibt eine mir selbst unbegreifliche Leidensfähigkeit über schier endlose Zeit. Auf diesen Charakterzug bin ich keineswegs stolz, zumal seine Unterstützung bei Laufveranstaltungen einem Ü70Laufopa fragwürdige Exzesse ermöglicht. „Früher“ war Lange-leiden-Können Voraussetzung wunderschöner Erfolge auf exorbitant langen Strecken. Einerlei, ob bei Meisterschaften im 24-Lauf, 100 mit Höhenmetern gespickte Kilometer im Thüringer Wald, 100 Meilen Mauerweg rund um Berlin oder und vor allem: beim Spartathlon. Am Ende hatte das Leiden ein Ende, so wie zuletzt in Berlin. Der Unterschied: Das Leiden war belastungsinduziert, also „normal“ und wurde bewusst in Kauf genommen, nicht selten „freudig“ begrüßt, weil hehrer Lorbeer winkte. Im Ziel war ich zufrieden und glücklich. Darüber hinaus bereit beim nächsten Mal meine Haut auf dieselbe Weise zu Markte zu tragen. An diesem Samstag vor Ostern war ich weder zufrieden noch glücklich im Ziel. Und selbstverständlich möchte ich vermeiden je wieder einen ähnlichen Leidensweg zu beschreiten. Mir ist bewusst und ich wiederhole es: Leidensfähigkeit unter den geschilderten Umständen ist fragwürdig, ich betrachte sie sogar als Charakterschwäche.
Trotz allem hege ich die Hoffnung das „Phänomen“ wieder loszuwerden. Oder zu ergründen, was dessen Ursachen sind, um Wiederholungen vorzubeugen.
Der Ostermarathon in Berlin ist zweifelsohne eine der lohnendsten Marathonveranstaltungen, die Deutschland zu bieten hat. Und auch das Prädikat „schönste Marathonstrecke Berlins“, überwiegend am oder in der Nähe Berliner Gewässer, ist sicher nicht übertrieben. Zudem investieren Frank-Ulrich Etzrodt, seine Frau und das erweiterte Team reichlich Herzblut und Liebe in Vorbereitung und Durchführung des Laufes.
Beim Berlin Marathon im September 2002 finishte ich als einer von mehr als 30.000 Läufern meinen ersten Marathon. Der Berliner Ostermarathon 2019 war mein 250. Marathon, der jüngst beendete trägt die Nummer 382. Wenig Lust verspüre ich, mir den Auftrieb von zig tausend Läufern beim Berlin Marathon jemals wieder zuzumuten. Aber und das als …
… Fazit: Wenn nichts dazwischen kommt, jogge ich am nächsten Samstag vor Ostern wieder in Berlin an der Havel entlang!