Die volle Dröhnung   –  Saar-Hunsrück-Supertrail, 66 und 62 km

Samstag: Von Trier nach Braunshausen (62 km/1.400 Hm)

Der Tag beginnt mit Bangen. Innerlich unruhig sitze ich im Bus, mustere immer wieder Roxi, die sich zu meinen Füßen zufrieden ausstreckt. Wenn sie bloß reden könnte! Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? Für sie, für mich, für uns? Oder handele ich aus rein egoistischen Motiven? In der Dreiviertelstunde Fahrzeit nach Trier muss ich mich dauernder Attacken meines Gewissens erwehren.

Rückblende: Tag 1, Zieleinlauf neben einer putzmunteren Roxi, nach 66 km und 2.000 Höhenmetern. Wie erwartet und vielfach zuvor bin ich ziemlich erschöpft. Unsere Hündin wäre dagegen hoch erfreut, nähme ich jetzt ihren Ball zur Hand und scheuchte sie im Spiel noch eine Viertelstunde über die Wiese. Rein gar nichts lässt erkennen, dass dieser Vierbeiner über neun Stunden ohne Ruhepause unterwegs war. Und weniger als nichts deutet darauf hin, dass sich Roxi verletzt haben könnte.

Das merke ich erst anderthalb Stunden später, als sie im Zimmer nach einem Erholungsschläfchen von ihrer Decke aufsteht und vorne links lahmt! So sehr gehandicapt, dass sie die Pfote im Stehen angewinkelt hält. Äußerlich ist keine Verletzung festzustellen. Sofort sind mir die beiden möglichen Alternativen klar.

Erstens: Morgen früh springt sie wieder putzmunter durch die Gegend. Das ist durchaus nicht unwahrscheinlich. Irgendwo auf dem Saar-Hunsrück-Steig hat sie sich heute einen Fehltritt geleistet, was in der Vergangenheit auch zuhause passierte. Am nächsten Morgen, manchmal schon nach Stunden, tippelte sie wieder vollkommen beschwerdefrei durch die Gegend.

Zweite, ebenso wahrscheinliche Variante: Ich bin mit Roxi alleine angereist. Wenn sie morgen früh immer noch hinkt, dann war’s das für uns beide. Also einpacken und heimfahren, auch wenn’s schwer fällt.

„Drittens“ ergibt sich völlig überraschend vor dem Abendessen. Ich habe Roxi im Zimmer zurückgelassen, um ihre Pfote zu schonen und werde auf meinen fehlenden Geleitschutz angesprochen. Ich schildere Monika und ihrem Mann Roxis Problem und bekomme ein verlockendes Angebot: Monika wird die zweite Etappe nicht mitlaufen, weil sie sich krank fühlt. Sie hat Erfahrung mit Hunden und bietet an sich um Roxi zu kümmern.

Also Roxi in fremde Hände geben und alleine laufen? Einen halben Tag lang den Hund jemandem überlassen, dessen Beziehung zu Roxi vorher nicht erprobt wurde? – Grundsätzlich muss man wissen, dass Roxi beinahe ausnahmslos alle Menschen mag, denn: „Alle Menschen sind gut!“ Könnte sie sprechen, hätte sie diese Ansicht längst zu Protokoll gegeben. Deshalb bleibt sie bereitwillig bei jedem, dem wir sie übergeben; was in der Vergangenheit mehrfach erforderlich war. Allerdings überzeugten wir uns zuvor davon – Frauchen noch viel bemühter als ich –, dass der zeitweilige „Rudelführer“ unserem schwarzfelligen Bewegungswunder gerecht werden kann.

Ich schlafe miserabel in der Nacht vor Etappe zwei. Roxi ist nicht einfach nur ein Hund. Roxi ist ein Teil von mir. Jeder, der mit seinem Hund eng verbunden lebt, wird das verstehen. Dazu kommen 4.000 gemeinsame Laufkilometer pro Jahr, die auf eine ganz besondere Weise zusammenschweißen. Um 5 Uhr gehe ich zum Frühstück und Roxi begleitet mich. Ihre ersten Schritte scheinen noch „ungelenk“, dann tippelt sie munter drauflos. Also alles wieder in Ordnung?

Scheint so: Als wir in Trier aus dem Bus steigen, vollführt der Derwisch seine üblichen Tänze, kläfft und springt in unbändiger Vorfreude über den Parkplatz. Auch kritischster Augenschein lässt keine Bewegungseinschränkung erkennen. Da ist nichts …

… und doch zieht vom ersten Meter an diese Angst durch meine Eingeweide: Was, wenn die Behinderung unterwegs wieder einsetzt? War es richtig Roxi auf den zweiten Teil des Trails mitzunehmen? 62 Kilometer (im Augenblick glaube ich noch „nur“ 58 km vor mir zu haben) ziehen sich gewaltig in die Länge. Da kann viel passieren … So kommt es, dass ich keinen Gedanken an meine eigene Befindlichkeit verschwende, obschon mir der gestrige Tag fühlbar in den Knochen steckt. Auf müden Beinen unterwegs beäuge ich argwöhnisch jeden Schritt von Roxi. Und wieder: Da ist nichts! „Ist da wirklich nichts, oder willst du es nur nicht sehen?“ fragt die lästige Stimme in meinem Kopf.

Wir starten oberhalb von Olewig, einem Trierer Stadtteil und folgen dem Saar-Hunsrück-Steig Richtung Osten. Was Beklemmung mir an Aufmerksamkeit lässt, schenke ich dem wundervoll sonnigen Morgen und den von der ersten Minute an traumhaft schönen Aussichten. Was das Tempo angeht, halte ich mich extrem zurück, sehe daher mehr Mitläufer davonziehen als gestern. Wie tags zuvor finden wir uns am oberen Rand eines Weinbergs als Dreigestirn zusammen, der ältere Läufer, Roxi und ich. Nicht abgesprochen, schlicht demselben Tempoempfinden Rechnung tragend. Mal sehen, wer heute zuerst erlahmt und wann …

Erste Gelegenheit sich zu verlaufen: Geradeaus (für mich die logische Richtung) oder nach rechts, bergab? Man teilt sich die Aufgabe, ein Spähtrupp bricht in beide Richtungen auf. Alsbald das Signal: Geradeaus ist richtig. Von rechts unten hechelt ein Schnellerer heran, hat zu spät seinen Irrtum bemerkt … Weiter in lichtem Hain, stückweit einen Feldweg nutzend, am Waldsaum entlang, zuletzt über Gras bergauf. Eine Wiese, zwei, noch eine … Kniehohes, zu allem Überfluss vom Tau triefnasses Gras prüft zum ersten Mal meine Kraftreserven. Intelligenz geht, Unvernunft – also ich – tippelt diese Passage aufwärts. Zweifel regen sich, ob ich das über die gesamte Distanz durchhalten kann. Und wo Zweifel keimen, lugt Versuchung alsbald um die Ecke: ‚Wirst es nicht durchhalten Udo, kannst ebenso gut auch jetzt schon gehen. Genieß doch einfach das sonnige Wetter und die schöne Strecke …’

Zum x-ten Mal fixiere ich Roxi, die, wie üblich zu Beginn eines Wettkampfs, den unentwegten Pendelverkehr zwischen meinen Vorderleuten und mir aufgenommen hat. Ihrem Bewegungsdrang gehorchend legt sie die ersten Kilometer sicher doppelt zurück. Würde sie sich so verhalten, wenn ihre Pfote schmerzte? Oder entspringt diese Fragestellung menschlicher Logik, ohne wirkliches Verständnis tierischer Instinkte? Erkenne ich da einen Anflug von Lahmen? Oder narrt mich tief sitzender Argwohn. Schaue einmal, zweimal … Nein, da ist eher nichts.

Durch dichten Fichtenwald bergab, verhalten im Tempo. Schneller wäre möglich, aber nicht sinnvoll. Wann immer möglich werde ich meine Haxen heute schonen. Ich habe zu wenig Trailerfahrung, um die Auswirkungen der gestrigen Tor-Tour verlässlich einschätzen zu können. Fest steht, dass ich ankommen werde. Alternative nicht zugelassen. Von 149 Versuchen erreichte ich 149 Mal laufend das Ziel. Auch deshalb existiert in meinem Wettkampfwortschatz keine Vokabel wie „Abbruch“ oder „Aufgeben“. Wie bitte? – Ach so, ja richtig, nachher, in Braunshausen, werde ich ein kleines Jubiläum feiern: 150 Mal „Marathon oder weiter“. Ich mache kein Aufhebens davon. Vor anderen ohnehin nicht, merkwürdigerweise aber auch nicht vor mir selbst, obwohl ich solche Meilensteine meiner kurzen Läuferkarriere üblicherweise froh und mit Dankbarkeit begehe. Heute will sich keine Vorfreude einstellen und der Grund dafür tippelt dort vorne am Wegrand …

Abwärts also, auf gutem Forstweg, fünf Minuten, zehn, fast eine Viertelstunde, dann ist die Talsohle erreicht. „Füße lange genug verhätschelt“ beschließt der Saar-Hunsrück-Steig und befiehlt mich per Markierung in dunklen Tann. Udo beim Spitzentanz zwischen ausladenden Wurzeln. Das muss ziemlich dusselig aussehen. Irgendwann hat sich der Steig genug amüsiert und lenkt meine Schritte zurück auf sicheren Boden.

Wir bewegen uns jetzt im Tal der Ruwer, mit Blick auf Südwestlagen hiesiger Weinberge. Allerdings weiß ich das nicht. Nur wenige Minuten Kuschelkurs, dann schickt uns der wankelmütige Saar-Hunsrück-Steig auf bolligem Pfad runter ins Ufergehölz. Idyllisch plätschert das Wasser dahin, nicht mehr Bach und noch nicht Fluss. Ein Flüsschen vielleicht. Am Ufer einer kleinen Berühmtheit unter Deutschlands Fließgewässern dahinzutraben, kommt mir daher nicht in den Sinn. „Mosel-Saar-Ruwer“ bezeichnete bis 2006 eines der bekanntesten Weinbaugebiete und ein paar Mal habe ich mich gefragt, wo denn diese ominöse „Ruwer“ eigentlich liegt. Nun könnte sich Roxi im knöcheltiefen Wasser ebendieser Ruwer die Pfoten kühlen und ich weiß es nicht. Vertrackt.

Ende der Ruwer-Besichtigung und zurück auf den Hauptweg, der mit Fünf-Sterne-Asphalt meinen Füßen Erholung verspricht. Schon in Höhe der ersten „Läufertränke“ – 10 km liegen hinter mir – kann der Radweg sein früheres Dasein als Eisenbahntrasse nicht mehr leugnen. Was sonst hätte in schmalem Tal eine ungewöhnlich breite, schnurgerade Schneise vor jeglicher Bebauung bewahren können? Trinkpause, ein paar Worte wechseln und weiter. Roxi tippelt auf hartem Asphalt vor mir her. Lahmt sie vorne links? Ein paar Schritte weit glaube ich etwas zu erkennen, dann wieder nicht. Meine Stimmung bleibt gedrückt …

Wir lassen Waldrach hinter uns und hecheln einen bewaldeten Hang hinauf. Um genau zu sein: Ich hechele und Roxi springt scheinbar mühelos hinan. Pfad, Forstweg, Pfad, Forstweg – der Untergrund wechselt ständig. Zuletzt verlassen wir den Wald zu einer Hochebene hin. Zurück in der Sonne, auf eine nahe Ortschaft zu, dort am Friedhof vorbei, ein paar hundert asphaltierte Meter weit. Auch wenn es der Text so nicht wiedergeben kann: Ich habe Roxi ständig im Auge. Derzeit eine quicklebendige, jederzeit zu Umwegen aufgelegte Roxi. Also mache ich wieder in Optimismus: Die Pfote wird schon halten bis ins Ziel.

Wieder im Wald auf dem von Wanderern gut gespurten Pfad, mal steil, mal weniger steil bergan, abschnittsweise auf anspruchsvollerem Geläuf, überwiegend jedoch ohne nennenswertes Risiko. Eigentlich zu früh für ein Resümee. Dennoch scheint die heutige Etappe zu bestätigen, was ein „Wiederholungstäter“ vorgestern im Gespräch andeutete: Die zweite Etappe ist technisch weniger fordernd als die gestrige im Hunsrück. Auch wenn es jetzt, am Fuß einer Felsengruppe, ziemlich haarig zur Sache geht. Kurzes Auf und Ab zwischen größeren Blöcken, dabei überaus vorsichtiges Setzen der Schritte. Zuletzt steil in der Falllinie bergwärts, bis ich auf einem Forstweg und vorm Naturdenkmal „Langenstein“ stehe. Das zerklüftete Felsgebilde erreicht eine Höhe von lediglich neun Metern über meinem momentanen Standort. Nicht die Größe erhebt diesen vergleichsweise „mickrigen“ Brocken in den Rang eines Naturdenkmals, sondern seine singuläre Erscheinung in dieser Umgebung. Fotos und weiter …

Auf breitem Forstweg werde ich gerade mal wieder überholt. Das übliche Spiel: Aufwärts tippelnd, während alle anderen gehen, setze ich mich ab oder hole auf. Tendiert der Kurs zu flach oder hat Gefälle, holt man mich wieder ein. „Man“ meint dieselben Mitkämpfer wie gestern: Neben dem schon erwähnten älteren Läufer, eine gehörlose Dame mit ihrem Begleiter. „War das eigentlich schwierig für den Hund? Vorhin, zwischen den Felsen?“ will der unvermittelt wissen. „Ich weiß es nicht, ich war nicht dabei!“ entgegne ich spontan. Es ist als Scherz gemeint, klingt aber sicher nach „kurz angebunden“ oder gar übellaunig. Schließlich kann er nicht wissen, dass die flinke Roxi solche Hindernisse längst hinter sich gelassen hat, ehe ich auch nur meinen Fuß drauf setze. Und wäre ihm Roxis angeborene Geschicklichkeit geläufig, mit der sie in den Alpen bereits viel schwierigere Felspassagen meisterte, hätte er die Frage gar nicht erst gestellt. Deshalb ergänze ich eilig: „Normalerweise hat sie mit felsigem Untergrund kein Problem. Aber heute stimmt etwas nicht mit ihrer linken Vorderpfote!“ Spreche es aus und schaue noch einmal genauer hin. Lahmt sie, oder lahmt sie nicht? Wer Roxi nur flüchtig kennt, dem fällt es nicht auf. Mir schon, denn vor mir tippelt sie beinahe täglich und oft stundenlang her. Ich entdecke das minimal Unrunde in ihrem ansonsten geschmeidigen Bewegungsablauf. Wird es schlimmer werden?

Das von Menschenhand geschaffene Paradies lenkt mich einstweilen ab. Ein Stausee, von dichten Wäldern umrahmt und der Morgensonne effektvoll in Szene gesetzt. Mehrmals lädt der Weg mit eindrucksvoller Aussicht zum Rasten ein. Sicher lassen sich Wanderer nicht lange bitten. Uns Läufern müssen ein paar Blicke genügen und zwei, drei Stopps für ein Foto. Alsbald wendet sich der moderat ansteigende Weg vom See ab und dem nächsten Hochplateau zu. Landwirtschaft dominiert hier, zunächst mit sattgrünen Wiesen. Ein paar schwarz-weiß gefleckte Kühe blicken uns neugierig entgegen. Wie gegensinnige Pole eines Magneten – das kenne ich bereits von ähnlichen Begegnungen – ziehen Roxi und die Wiederkäuer einander an. Eilig sammeln sich die Kühe an der Stelle, wo Roxi vor ihrem Weidezaun steht. Misstrauisch beäugt sie die um ein Vielfaches größeren Kolosse mit dem eigentümlichen Geruch. Dass die den Zaun nicht überwinden können, weiß sie instinktiv, näher ran traut sie sich trotzdem nicht. Herrchens Aufforderung – „Roxi komm!“ – bereitet der tierischen Konfrontation ein Ende …

Rätselhaft dieser Saar-Hunsrück-Steig. Diesmal vermag ich wirklich nicht nachzuvollziehen, was die „Architekten“ des Wanderwegs damit im Sinn hatten: Statt dem Feldweg zu folgen, lenkt uns der Steig hinter eine von Bauern als Windschutz gepflanzte Baumgruppe und darum herum. Gewinn an Eindrücken: Nullkommanull. Umweg: Cirka 50 Meter. Anschließend traben wir durch eine Senke, zwischen Wiesen und Feldern, erarbeiten uns weitere anderthalb Kilometer, ausnahmslos auf knöchel- bis wadenhoch wachsendem Gras. Obschon nirgendwo steil, schnellt die Herzfrequenz mächtig in die Höhe. Keine Muße, um sich der reizvollen Fernsicht hinzugeben. Schweiß perlt auf der Stirn, rinnt an den Schläfen herunter. Brille ab, wischen, Brille wieder auf und das mehrmals wiederholen. Jetzt gehen! Das wär’s! So wie alle anderen auch. Kaum zu glauben, mit welchem Widerstand Gras die Schritte bremst. Labyrinth mit Wegweisung: Erst 90 Grad nach links, dann 90 Grad nach rechts, wieder links und noch Mal rechts, zum Abschluss zweimal links und zweimal rechts … Geschafft. Am Rand eines Wäldchens, auf halbwegs festem Untergrund, normalisiert sich meine Herzfrequenz.

21 km abgehakt, Verpflegungsstation und lange Pause: Roxi Kekse zustecken, Trinkflaschen auffüllen, zwei, drei Becher Wasser leeren und ein Gel schlucken. Alles wie gehabt: „Never change a running system!“ Außerdem schnüre ich die Laufschuhe nach. Übrigens zum ersten Mal in 150 Wettkämpfen. ‚Einmal ist immer das erste Mal!’ Das geflügelte Wort fokussiert mein Denken sofort wieder auf Roxi. Von uns beiden war immer ich derjenige, der „die Karawane aufhielt“. Eine Roxi, die sich anders als explosiv und mit Lust am Laufen gebärdet, kenne ich nicht; mehr: vermag ich mir nicht einmal vorzustellen. Vielleicht schöpfe ich aus diesem offensichtlichen Mangel an Fantasie die Hoffnung, sie könnte die verbleibenden knapp 40 Kilometer auch noch überstehen … Fünf Minuten Versorgungspause am opulent bestückten Marketenderstand sind um, Zeit wieder aufzubrechen. Roxi muss ich nicht lange bitten. Ihrer Natur gehorchend prescht sie voraus, erkundet mit feiner Hundenase unbekanntes Terrain. Herrchen hinterdrein, aber ziemlich bedrückt: Müsste ich uns nicht vorsorglich aus dem Rennen nehmen?

Seit einer halben Stunde dichter Wald und stetig bergan. Sanft bergan, nirgendwo eine Stelle die vollen Krafteinsatz verlangte. Wir folgen dem älteren Läufer vom bequemen Wirtschaftsweg auf einen Pfad. Auch dort fletscht der Saar-Hunsrück-Steig nur abschnittsweise die Zähne. Eher selten steigern Morast, Wurzeln oder Steine Risiko und Einsatz. Kein Vergleich zur gestrigen „Knochenbrecherroute“ über die Höhen des Hunsrücks. Kraft scheine ich über Nacht reichlich nachgetankt zu haben, komme nahezu mühelos voran. Stetig fließende Energie garantiert auch ausreichend Konzentration und Koordination. Sogar das Wetter kooperiert mit Sonnenschein und mäßiger Temperatur. Alles passt. Doch etwas ganz Wesentliches läuft schief und das im wahrsten Sinne des Wortes. Roxis Hinken ist jetzt unübersehbar! Vor allem auf dem „Knüppeldamm“, über den wir ein Hochmoor queren. Ich habe keine Augen mehr für Naturschönheiten, die es beidseits des Steges reichlich zu bewundern gibt. Meine Augen kleben an Roxis linker Vorderpfote, die ihr bei jedem Aufsetzen auf den harten Brettern des Moorsteiges Schmerzen verursacht.

Bergab mit drastisch reduziertem Tempo. Roxi bleibt zurück!! Das gab’s noch nie – von kurzzeitigem Schnüffeln abgesehen. Jemand zieht den Schraubstock in meiner Herzgegend um eine Windung fester. Jede Belastung der Vorderpfote tut Roxi weh. Warum wimmert sie nicht? Sie tut mir entsetzlich leid und ich könnte heulen. Ein Bach. Schicke Roxi ins hundebauchtiefe Wasser. Pfote und Vorderlauf kühlen. Vielleicht lindert das die Beschwerden. Etwas anderes fällt mir nicht ein, auch wenn ich fieberhaft überlege. Wenn’s noch dramatischer wird, muss ich sie tragen! Egal wie weit es zum nächsten Verpflegungspunkt auch sein mag und egal wie lange es dauert …

Extrem langsam tippele ich den abschüssigen Waldweg entlang. Roxi humpelt hinterdrein. Unser Abenteuer Saar-Hunsrück-Steig ist gescheitert und definitiv zu Ende. Am nächsten Verpflegungspunkt steigen wir aus. Kann nicht mehr weit sein, vielleicht noch zwei Kilometer … Einstweilen hadere ich mit meiner falschen Entscheidung. Hätte Roxi diese Belastung heute auf keinen Fall zumuten dürfen.

Der Forstweg verzweigt: Links oder rechts? Die Wegweisung gibt sich unentschlossen, zeigt, wie um mich zu veräppeln, in die Mitte zwischen die beiden Wirtschaftswege. Orientierungssinn sagt: Es muss weiter runter gehen. Also nach links. Ich tippele abwärts und suche verzweifelt nach der nächsten Markierung. Aber hier gibt es keine. 250 Metern später die Erkenntnis: Verlaufen! Ausgerechnet jetzt muss ich mich verlaufen, wo jeder Meter doppelt weh tut. Zurück zum Abzweig: Einmal mehr hat mich der Saar-Hunsrück-Steig genarrt! Die scheinbar schlampige Ausrichtung des Wegweisers ist ernst gemeint! Genau in der Mitte zwischen den beiden logischen Alternativen, den breiten Forstwegen, folgt der Steig seiner eigenen Logik, verliert sich als unscheinbarer Pfad zwischen Büschen …

Dann und wann halte ich kurz an, streichle Roxi, gönne ihrer Pfote eine kurze Pause. Ich weiß, dass ihr Blick keine Gefühle ausdrücken kann, was mich jedoch nicht daran hindert, leidvolle zu erkennen. Ich weiß auch, dass mein besorgtes Getue ihre ohnehin vorhandene Unsicherheit infolge Handicap eher vertieft. Nur kann ich nicht anders. Ich habe nie gelernt meine Laufgefährtin im Verletzungsfall hundeverträglich zu behandeln.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir den Verpflegungspunkt in Kell am See. Zwei Frauen sitzen auf einer Decke im Gras und schauen uns erwartungsvoll entgegen. Noch ehe ich mein sorgsam zurechtgelegtes Sprüchlein aufsagen kann, begrüßt uns eine der Damen mit den Worten: „Lahmt der Hund immer so?“

Über das, was in den folgenden Minuten mit Roxi und mir geschieht, würde ich am liebsten den Mantel des Schweigens breiten: Gebe zu Protokoll, dass ich aussteigen muss. Die Helfer am Verpflegungspunkt (neben den zwei Damen auch noch Bernhard, der Veranstalter und dessen Sohn) schlagen vor … argumentieren sachlich … reden mit Engelszungen … überzeugen mich schließlich davon … Roxi in ihre Obhut zu geben und den Lauf alleine zu beenden. Rein logisch und nüchtern betrachtet eine naheliegende, wenn nicht gar selbstverständliche Lösung. Zuletzt nehme ich jedem einzeln das Versprechen ab, mir Roxi in Braunshausen wohlbehalten wieder zu übergeben. Und nicht erst dabei schießen mir die Tränen in die Augen …

Ich lege Roxi die Leine an, erläutere ihren Grundwortschatz (Sitz! Platz! Fuß! Bleib!), übergebe sie schließlich den Frauen auf der Decke. Ein schlimmer Moment. Der schlimmste kommt aber noch: Ich befehle „Roxi bleib!“ und stehle mich davon. Ich weiß, dass Roxi der Situation gewachsen sein wird. Sie wurde schon häufiger in die Obhut anderer Menschen übergeben, wenngleich nicht völlig unbekannten. Dennoch fühlt es sich unbeschreiblich falsch und grausam an, was ich tue. Nach verlassen, enttäuschen, im Stich lassen, verstoßen, ausliefern, untreu werden, dem Schicksal überlassen und Unaussprechliches mehr. Ich möchte umkehren und laufe doch immer weiter von ihr weg.

Da gab’s einen See. Hab ihn sogar – vollautomatisch – fotografiert. An mehr erinnere ich mich nicht. Ach doch: Leute kamen entgegen und fragten nach dem Verpflegungspunkt. Aber sonst? Nur langsam legt sich der emotionale Sturm in mir. Noch nie war ich laufend unter solchem Druck unterwegs. Mag sein, ich renne deshalb so flott drauflos. Wahrscheinlich auch um den Wunsch nach baldigem Wiedersehen zu realisieren. Dass ich dieses Tempo auf keinen Fall durchstehen werde, ist mir bewusst, im Moment jedoch völlig egal …

Verlaufen! Verdammter Mist! Dem Forstweg gefolgt, mit den Gedanken nicht bei der Sache gewesen und schon ist es wieder passiert. Umkehren. Ich frage einen Waldarbeiter und lasse mir erklären, wo der Steig abzweigt … 2 x 350 Meter zu viel, fünf Minuten verschwendet. Ich möchte fluchen, verstärke indes meine Anstrengungen. Wurzeln, Waldboden, ein Kahlschlag. Allein auf weiter Flur. Wo weiter? Waldrand! Also los. Wegstück, Wiese, Wegstück, Wiese, aufwärts. Vorbei an einer Sitzgruppe für müde Wanderer. Kein Halten für mich. Ich spüre die Anstrengung. Nähere mich wieder dem zwischenzeitlich „entlaufenen“ älteren Läufer auf Sichtweite, Rufweite, Griffweite, bin gleichauf. „Wo ist dein Hund?“ Erkläre die Situation. Hört er meine Schuldgefühle heraus? Jedenfalls lässt er kein „mea culpa“ gelten, meint lediglich aufbauend: „Im Ziel wird sie sich freuen dich wiederzusehen!“ Erst jetzt ist Raum für läuferische Befunde: „Meine Oberschenkel fühlen sich heute wie Mus an! Lauf zu, ich komme langsam nach.“ Gute Wünsche und dann zische ich davon als könnte ich diesen Wettbewerb noch gewinnen …

Neue Wegführung des Saar-Hunsrück-Steiges quer über eine Wiese. Dann am Waldrand abwärts auf breitem Forstweg. Markierungen in regelmäßigen Abständen. Passt. Eine Gruppe Wanderer auf Gegenkurs. Der bisher Tagesschnellste überholt mich, macht eine Bemerkung zum grob steinigen Weg. Will kein Stoffel sein, will antworten, obwohl mir nicht danach ist. Lasse so ziemlich das Unpassendste hören, was man dem Führenden weit vorm Finish mitgeben kann: „Gratuliere dir schon mal zum Gesamtsieg!“ Ist gut gemeint, aber doof. Entsprechend seine Abwehr: „Noch bin ich nicht im Ziel!“

Aufgestautes Wasser eines Baches (in Wirklichkeit drei Bäche, die hier zusammen fließen, kann ich aber nicht wissen). Kamera hoch: Bild. Sehe viel, nehme aber kaum etwas wahr, verstehe noch weniger. Erst daheim, auf dem Foto, erkenne ich den Biberdamm, der Bäche zum Weiher aufstaut. Verpflegungsstelle. Vater mit Tochter. Schenken mir ein, kümmern sich um mich, verabschieden mich: „Viel Glück auf den letzten knapp 20 Kilometern!“. Nicht mal 38 km einschließlich zweimal Verlaufen stehen in meiner GPS-Anzeige. Also kann die Entfernungsangabe gar nicht stimmen. Und in diesem Moment weiß ich noch nicht einmal, dass die ausgeschriebenen 58 km sich lediglich auf den Saar-Hunsrück-Steig beziehen, den wir in Höhe der Staustufe Nonnweiler verlassen werden. Dennoch glaube ich nur allzu bereitwillig an die kurze Reststrecke: ‚Noch gut zwei Stunden, dann bekomme ich Roxi zurück!’

Etwas Zuversicht hebt meine Stimmung so weit, dass ich das hübsche, saftig grüne Tal der Wadrill zumindest wieder registriere. Derweil verzichtet der Saar-Hunsrück-Steig auf Kapriolen, lässt mich auf gutem Weg rasch vorankommen. Nach der Überquerung des Baches ist es damit vorbei: Wechselnde Untergründe und einmal ziemlich steil bergan. Schweißnasse, Herzfrequenz in die Höhe treibende Plackerei. Wirklich steil oder nur ein Indiz, dass meinen Akkus bald der Saft ausgeht? Umdrehen, Foto. Ein schneller Verfolger – der Zweitplatzierte – geht am Hang. Also tatsächlich steil, keine von Schwäche verursachte Einbildung.

Vom folgenden Streckenteil bewahrt meine Erinnerung nur Fragmente. Keine sich reihenden Szenen wie sonst, lediglich Bilder, wie von Blitzen eines Stroboskops dem Dunkel des Vergessens entrissen. Wiesenwege, Wege an Waldrändern, Wege um Waldstücke herum. Mit Blüten übersäte Feuchtwiesen. Einmal ein gelbes Meer von Sumpfdotterblumen. Halluzinationen narren mich nicht. Sehe die kleine Schwarzfellige also nicht vor mir her laufen. Aber ich kann sie mir gut vorstellen! Wie sie leichtfüßig dahin tippelt, sich nach mir umblickt, an schnüffelinteressanter Stelle verharrt, um Augenblicke später von hinten vorbei zu sprengen … ‚Pass auf die Markierungen auf! Nicht noch mal verlaufen!’

In diese Gefahr gerate ich erst vor der Autobahnbrücke. Diesmal zeigt der Wegweiser seitwärts an der Brücke vorbei, entlang der Straße aufwärts. Doch erstens hat der Wegweiser eine deutliche Schräglage, als wäre ein Auto dagegen gefahren und zweitens scheint der Weg kaum begangen. Also vielleicht doch unter der Brücke hindurch und drüben weiter? Ich versuche es und finde alsbald die nächste Markierung. Weniger Glück hatte der Erstplatzierte an dieser Stelle. Er folgte dem fatalen Wegweiser und verlief sich. Das kostete ihn den Tages-, gerechterweise jedoch nicht den Gesamtsieg.

Schon wieder ein Wiesenweg, von keiner Sense in Schach gehalten. Trampele, eiere, stapfe wie auf Gummimatten den Hang empor. Fünf Minuten Kräfte zehrender Kampf. Laufen. Nicht gehen. Jetzt erst recht nicht. Will so schnell wie möglich ins Ziel. Zurück in den Wald, ein fester Pfad, sofort spüre ich Erleichterung …

Kilometer 51: Letzte Verpflegungsstelle am Rand einer stark befahrenen Autorennstrecke. Einer der Helfer am Stand betätigt sich als „Schülerlotse“. Warnt vor heran brausenden Autos, winkt uns über die Straße, sobald das gefahrlos möglich ist. Habe die gehörlose Frau und ihren Begleiter eingeholt. Wir verpflegen uns. Wieder muss ich Roxis Schicksal erläutern. Fülle meine Trinkflaschen und erfahre ganz beiläufig, dass nun noch etwa 10 Kilometer vor uns liegen. Falle aus allen Wolken, glaubte in längstens einer Dreiviertelstunde im Ziel zu sein …

Bergab. Ich mache Tempo, gehe an mein Limit. Zumindest so lange mir der Saar-Hunsrück-Steig gnädig gewogen und auf Forstwegen bleibt. Nicht selten macht er sich einen Spaß daraus mich über holprige Pfade in der Nähe eines Bachlaufs zu hetzen. Auf und ab über Stock und Stein. „Stock“ bedeutet hier auch Windwurf. Umgefallene Bäume wollen umgangen werden. Zuweilen steige ich drüber oder quetsche ich mich gebückt drunter durch. Vorsicht Wurzeln! Jetzt häufiger. Wie lange noch?

Stückweit auf dem Wirtschaftsweg abwärts. Hinterm Blättervorhang schimmert die Wasserfläche eines (Fisch- ?) Weihers. Markierung „uneindeutig“. Hängt die nur schief oder zeigt sie tatsächlich in Richtung Weiher? Glücklicherweise bleibt mir der Irrweg erspart, weil meine Augen eine blau gekleidete Gestalt erfassen, die bereits am Weiher nach dem Weg forscht, ihn offenbar nicht findet, umkehrt und sich zum Hauptweg zurückkämpft. Gemeinsam setzen wir den Wettkampf fort.

Diesmal meint es die Markierung ernst: Runter zum Bach, über Planken durch den Sumpf. Auf den Planken festgenagelter Maschendraht soll das Ausrutschen verhindern. Jenseits des Sumpfes steil empor und wieder durch den Wald. Schikanös dieser Saar-Hunsrück-Steig! Ich tippele aufwärts, der Blaue geht, fragt: „Willst du vorbei?“ Will ich nicht. Ein guter Zeitpunkt mir das letzte Gel zu verabreichen: Stehen, am „Bauchladen“ rumnesteln, reißen, drücken, saugen, schlucken, nachtrinken … und weiter.

Den Blauen sehe ich erst vor der Staumauer wieder. Jetzt aufpassen! Den Weg nicht verfehlen. Noch bin ich auf dem Saar-Hunsrück-Steig. Stufen, Serpentinen, Markierung. Auf halber, mir den Schweiß aus allen Poren drückender Höhe der Staumauer immer noch Saar-Hunsrück-Steig … … Dann ist es so weit: Mehrere weiße Pfeile zeigen vom Steig weg in Richtung eines Sträßchens. Dort schließe ich zum Blauen auf. Seite an Seite traben wir das abschüssige Sträßchen entlang, bis es in die Hauptstraße von Nonnweiler mündet. Genau an dieser Stelle endete gestern mein finales Verlaufen.

Bin von großer Ungeduld und Unruhe beherrscht. Darum fühle ich keine Erschöpfung und deshalb quatsche ich unentwegt. Doch während ich rede, denke ich an Roxi. Raus aus Nonnweiler, die Autobahnbrücke unterqueren, am Straßenrand weiter. Endlich der Wegweiser „Braunshausen“. Links abbiegen und den ersten von zwei Anstiegen nehmen. Mein Begleiter geht ein Stück, bleibt zurück. Ich mache Dampf, so gut es noch geht. Zweite Autobahnbrücke, drunter durch, die ersten Häuser von Braunshausen gewinnen und nur ein Gedanke: Roxi! Im Dorf aufwärts. Ich feuere mich an: ‚Kämpfe! Mach jetzt nicht schlapp!’. Dann, am Ende der Straße, wird es wirklich steil. Ein paar Meter und ich bade im eigenen Saft. Die Beine schreien vor Schmerzen. Egal. Gleich geschafft! Noch die steile S-Kurve. Erste Kehre. Scharren und Kratzen rechts am Waldsaum. Kann den Kopf nicht drehen. Zu müde. Sehe aus dem Augenwinkel huschende Schatten mehrerer Eichhörnchen, die am Baumstamm Fangen spielen. Letzte Kehre, das Unterkunftshaus, Passanten, Beifall: „Bravo! Gleich geschafft!“. Letzte Meter. Um die Ecke, vor mir das Zielbanner, Beifall. Kein Blick dafür. Wo ist Roxi? Sehe sie nicht! Laufe durchs Ziel, drücke automatisch die Stoppuhr ab ohne hinzusehen. Wo ist Roxi? Blick schweift hektisch umher. Man hängt mir eine Medaille um den Hals. Bedeutungslos. Dann sehe ich sie!! An der Leine vor der Hütte. Rufe „Roxi!!!“ und renne aufatmend zu ihr hin …

 

Ergebnis:

Tag 2: 8:18 h, Platz 16 von 46 Teilnehmern

Gesamt: 17:29 h, Platz 18 von 45 Finishern beider Tage

 

Mein persönlicher Held der Veranstaltung:

Der von mir im Text des Laufberichts als „älterer Läufer“ bezeichnete Norbert Hoffmann ist Jahrgang 1939, läuft also in der Alterklasse M75! Er belegte mit einer Gesamtzeit von 18:34 h den 23. von 45 Plätzen. Eine wirklich fantastische Leistung!

 

Fazit zur Veranstaltung

Die ausgezeichnete Organisation lässt keine Wünsche offen. Die Höhe der Startgebühr ist mehr als gerechtfertigt. Immerhin enthält sie zwei Busfahrten, zwei Abendessen und zweimal Frühstück. Man kann in einer Mehr- Personen-Hütte für ein paar Euro übernachten oder in den angegliederten Häusern des Saarländischen Turnerbundes und des Saarländischen Fußballverbandes preiswerte Zimmer mieten. Essen und Unterkünfte wurden allgemein gelobt. Ich selbst fühlte mich auch in dieser Hinsicht bestens betreut.

Die durchschnittliche Entfernung von 10 km zwischen den Verpflegungspunkten erfordert die Mitnahme von Wasser und – je nach persönlichen Gewohnheiten – Verpflegung.

Anforderungen und Charakter der beiden Teilstrecken weisen Unterschiede auf. Am ersten Tag dominieren „wilde“, technisch anspruchsvolle Steige im Hunsrück. Wege also, die Wanderer nicht ohne Grund in Bergschuhen begehen. Die Route des zweiten Tages verlangt in dieser Hinsicht weniger. Dafür erschienen mir die Anstiege steiler. Auch optisch unterscheiden sich Tag eins und zwei gewaltig. Landschaftlich reizvoll sind beide Teilstrecken.

Verlaufen halte ich nach zwei Tagen Erfahrung auf dem Saar-Hunsrück-Steig für unausweichlich. Dieses „Schicksal“ ereilte die meisten ortsunkundigen Läufer, selbst solche, die auf der Route schon einmal unterwegs waren. Die folgenden Hinweise stellen zwar keine Versicherung gegen Verlaufen dar, können aber unter Umständen helfen:

 

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