Frühherbst im Vogtland - Göltzschtal Marathon 2008

Motor aus, Radio aus, Totenstille. Große Lkw verdecken die Sicht nach rechts, mir bleibt der Blick nach vorn über ungezählte Blechkarossen, dasselbe Bild im Rückspiegel. Jenseits der massiven Doppelreihe aus Leitplanken „genieße“ ich den kuriosen Anblick einer mausetoten Autobahn. Drei leere Fahrstreifen, wo sonst unablässig Fahrzeuge donnern. Dann wird die Stille von einem Martinshorn durchbrochen. Zunächst leise, schwillt an, schließlich rast ein Rettungswagen mit vorhersehbarem Ziel vorbei. Bald neun Uhr. Seit einer Viertelstunde stehe ich hier, auf der A9, nordwärts, linke Fahrspur, zwischen den Ausfahrten „Münchberg Nord“ und „Hof West“. Bin die Ruhe selbst. Noch. Im Verkehrsfunk war von „kurzzeitiger Vollsperrung“ die Rede, also verzichtete ich auf eine Umleitung über Landstraßen. Bei nur noch 75 zu fahrenden Kilometern und mehr als zweieinhalb Stunden Zeitreserve bis zum Marathonstart sicher nachvollziehbar.

Gegen 9:05 Uhr schnappt die Falle zu, als der Verkehrsfunk die Vollsperrung näher erläutert: „Da sind Lkw umgestürzt!“ Spontan verscheuchen Skepsis und Ärger das Gefühl der Ruhe. ‚Hätten die das gleich gemeldet, wär’ ich raus gefahren!’ Um elf, in knapp zwei Stunden, will ich loslaufen … 9:15 Uhr: Eine Lärmwalze rollt auf meinen Standort zu, rumort lauter, nimmt die Gestalt einer auf der Gegenfahrbahn frei gelassenen Autoschlange an, Streifenwagen mit Blaulicht vorneweg. ‚Na also, dann geht’s also gleich weiter!’ Das hoffen viele: Lkw-Fahrer klettern zurück ins Führerhaus, Raucher schmeißen ihre Kippen weg, nehmen hinter dem Lenkrad Platz. 9:25 Uhr: Nichts tut sich. Schon tummeln sich weiter vorne wieder die ersten Ungeduldigen zwischen Blechreihen. Inzwischen dürfte auch der unerfahrenste Automobilist begriffen haben, dass der Unfall auf unserer Seite geschah. Das kann dauern …

Zum dritten Mal stehe ich vor der Leitplanke rechts, „mittenmang“ einer Lkw-Flanke und erleichtere mich. Von hier reicht der Blick knapp einen Kilometer voraus, bis die Autobahn in ansteigender Rechtskurve hinter einem Wald verschwindet. Nichts rührt sich. Ich kehre zum Auto zurück. 9:35 Uhr: Fieberhaft überdenke ich meine Möglichkeiten, rechne mit dem Schlimmsten. Zeitlich eng wird’s auf jeden Fall. Was tun? Entschluss: Ich muss alle Vorbereitungen schon HIER abschließen! Dort nur noch die Startnummer abholen, anheften und losrennen! - 9:45 Uhr: Erleichtert falle ich wieder in meinen Fahrersitz, hab den entscheidenden „Ausflug“ zur gottlob uneinsehbaren Fahrbahnböschung erfolgreich abgeschlossen. Nach und nach mache ich mich laufbereit: Lange Hose ausziehen, Schuhe wechseln, Forerunner ans Handgelenk, einschalten. Laufshirt, Mütze, Handschuhe und Kamera bereit legen. Fertig! Binnen 10 Sekunden könnte ich starten. Aber vom Starttor trennen mich nach wie vor 75 km.

9:55: Telefongespräch mit Ines: „Ich werde zu spät kommen!“ - Das werde ich tatsächlich, wenn’s nicht binnen weniger Minuten weiter geht. Doch all das Blech scheint mit der Fahrbahn verschweißt! ‚Vielleicht lassen sie mich auch noch auf die Strecke, wenn ich eine Viertel- oder halbe Stunde zu spät komme!? Sch... auf das Ergebnis, Hauptsache laufen!’ - Laufen muss ich sowieso heute. Wenn nicht diesen Marathon, dann eben einen langen Lauf. ‚Die werden das schon kapieren und mich starten lassen!’

10 Uhr - unfassbar, aber real: An der Grenze meines Sichtbereiches bewegen sich die ersten Fahrzeuge! Langsam, zäh, „Stop and Go“. Also keine Freigabe auf breiter Front. Wahrscheinlich nur ein Fahrstreifen. Aus jäher Hoffnungsblase weicht leise zischend die Luft. Jetzt zuckele ich mit. Wie weit bin ich vom Nadelöhr entfernt? Meine Anspannung wächst. Sicher Marathonpuls, obschon ich sitze. Mühsam bewahre ich einen Rest von Geduld. Alles drängt auf die linke Spur. Ganz besonders liebe Mitmenschen schmeißen den letzten Funken fahrerischen Anstands über Bord, rasen rechts vorbei, um weiter vorne den Trichter zu verstopfen. 10:10 Uhr: Ich sehe die Absperrung. Im Schritttempo bewegen sich Fahrzeuge auf der freien, linken Spur. Nie werde ich begreifen, wieso die dort nicht zügig fahren, warum sie den riesigen Tross aus Einsatzfahrzeugen samt umgestürztem Lkw im Feld begaffen müssen. Halten, anfahren, halten, anfahren, stehen. 10:15 Uhr: Nun stecke ich im Trichterhals und schleiche am Ort des Geschehens vorbei. ‚Mann oh Mann! Gebt doch endlich Gas!’ Unmittelbar hinter dem letzten Einsatzfahrzeug gibt mich die Falle frei! Drei leere Spuren, 45 Minuten bis zum Marathonstart und 75 km zu fahren …

Um Viertel vor zehn beende ich den Tiefflug durchs Vogtland und biege in die Zufahrtsstraße zum Stadion in Lengenfeld ein. Warmläufer befrage ich durchs Autofenster nach der Startnummerausgabe. Halte rechts auf einem freien Wiesenstück, Mütze auf, Laufshirt, Kamera und Handschuhe packen, abschließen, Schlüssel in die Gesäßtasche, ab. Ich platze in die erstbeste Stube: „Hier nur Nachmeldung! Die angemeldeten Läufer im Gebäude gegenüber!“ - Ich dränge durch dicht stehende Läufertrauben, nehme die Freitreppe im Sturm, erschrecke das gut gelaunte Läufervolk. Es gelingt mir einen Teil meiner Panik an die beiden Damen der Anmeldung abzutreten: Mit ein paar abgehackten, halb atemlos hingeworfenen Sätzen setze ich sie ins Bild und so kapieren sie meinen überfallartigen Auftritt. Rasch ist meine Tüte gefunden, geöffnet, aber ohne Brille bin ich hilflos. Eine der Damen assistiert bereitwillig, clippt den Transponder an der Schuhverschnürung fest, heftet anschließend die Startnummer ans Vereinstrikot. Den Dressurakt mit vier Sicherheitsnadeln krieg ich normal auch ohne Brille gebacken, doch nicht mit zittrigen Händen. Unfassbar, aber acht Minuten vor dem Start bin ich tatsächlich fertig!

Die Stresshormone sind verpufft, Zeit noch mal die Ausrüstung durchzugehen. Alles komplett und bereit. Druck beseitigt, zurück zur Laufbahn. Gerade stellt der Sprecher einen Läufer vor, dem man in Deutschland kaum entkommen kann. Wo immer man auch laufen mag, die lebende Legende ist wahrscheinlich auch zugegen: Der hoch betagte Horst Preisler absolvierte gestern seinen 1585. Marathon und wird heute Nummer 1586 hinzufügen! Ich lasse es mir nicht nehmen, ihm einen guten Lauf zu wünschen. „Noch zwei Minuten!“ verkündet der Sprecher. Die Laufbahn füllt sich mit Scharen von 10 km-Läufern. Marathonis sind rar, keine Ahnung wie rar, die Startliste konnte ich nicht mehr einsehen. Letztes Jahr waren’s grad mal fünfzig. Eigentlich unverständlich, denn immerhin bin ich jetzt Teil der drittältesten Marathonveranstaltung Deutschlands.

Die Schuhe sitzen nicht fest genug. Rasch nachschnüren. Ziemlich unfeierlich zählen Sprecher und ein Teil des Läufervolks die letzten zehn Sekunden herunter und schon geht’s in die obligatorische Stadionrunde. Der Sand der Aschenbahn knirscht unter tausend munteren Schritten und ich horche in mich hinein. Alles scheint normal, anders als vor drei Tagen, bei einem der übelsten Trainingsläufe dieses Jahres. Fast scheint es, als wolle mein Körper seine kürzliche Rebellion mit zuvorkommender Leichtfüßigkeit sühnen. Der Stadionsprecher stellt die an der Spitze laufenden lokalen Größen vor, dann geht’s hinaus auf die Strecke. Von der Zufahrt zur Sportanlage ergießt sich der Läuferstrom auf die Bundesstraße. Zahlreiche Autofahrer haben kapituliert, warten am Rand bis die Flutwelle vorüber ist. Und ich warte auf Idylle! Einen schönen Landschaftsmarathon verhieß die Ausschreibung und der Ansager erneuerte das Versprechen vor Minutenfrist.

Ein paar hundert Meter Straße, dann nach links und parallel zu ihr, über ein Stück Kopfsteinpflaster - gottlob das einzige des gesamten Kurses. Jetzt vorbei an einer DDR-Altlast in Form einer Ruine, via Fußgängerbrücke über die Göltzsch und endlich auf einen asphaltierten Radweg. Mal zwischen, mal unter Bäumen, schweift der Blick über den nicht allzu breiten Talgrund der Göltzsch. Die Göltzsch: Zu klein um von einem Fluss zu berichten, aber eben auch kein Bach mehr. Wenig Wasser führt sie, im Frühjahr ist das sicher anders. Jetzt im Frühherbst lockt die Natur mit großflächigen gelben, roten und braunen Farbtupfern vor noch überwiegend grünem Hintergrund. Wenn ich allerdings mein Vorhaben in die Tat umsetze, werde ich das kaum genießen können. „So schnell wie möglich“ lautet die einfache Formel, wobei ich meine derzeitigen Möglichkeiten nur vage einschätzen kann. Tapering fand statt, aber das Training war zu unspezifisch, ganz auf den Ultra in drei Wochen, die 50 Km mit über 1.000 Höhenmetern auf der Schwäbischen Alb abgestimmt. Dafür hab ich vier Bergtrainings in den Beinen, das letzte, brutalste vor genau einer Woche. Trotzdem entscheide ich mich für einen schnellen Beginn, schiele nach einer 3:15h, die ich mir zutraue.

Der Beginn gestaltet sich einigermaßen verheißungsvoll. Liefe ich konzentrierter, hielte sich der Optimismus vielleicht in Grenzen. Dann merkte ich bereits jetzt, dass es fast unmerklich, dennoch stetig bergab geht. Den ersten Kilometer hakt nur „Mr. GPS“ am Handgelenk ab. Eine Markierung an der Strecke fehlt. Schon fürchte ich, dass das so bleiben wird. Mein Forerunner 305 navigiert zwar großartig, aber eben nicht exakt. Was er für den ersten Kilometer meldet scheint jedoch im grünen Bereich. Also Tempo halten. Ganz schön flott geht es dahin. Wie wird das bei der Geschwindigkeit mit den Fotos klappen? Ich befinde mich auf der ersten von zwei Runden. Zudem geht’s auf exakt demselben Kurs nach der Wende wieder zurück. Ergo verschiebe ich die „Fototermine“ auf später, will erst einmal die schönsten Flecken orten.

Gelber Strich quer über den Asphalt, unterbrochen von einer „2“. Der Blick zur Uhr macht mir Beine und schubst mich in ein frühes Tief. Ich bin zu langsam! Ein ziemlicher Widerspruch zu meinem Laufgefühl. Wie kann ich mich so täuschen? Die empfundene Anstrengung passt nicht zum gemessenen Tempo. Hat mich die ultralange Ultrarennerei, der 24h-Wahnsinn, so „versaut“? Und: Bin ich zu keinem schnellen Lauf mehr fähig? Verwirrung, Grübeln, Enttäuschung, letztlich Trotz in Form einer leicht erhöhten Pace, die wiederum den Skeptiker auf den Plan ruft: ‚Das ist doch nicht durchzuhalten! Spürst du das nicht?’ Ich ignoriere mich, bleibe auf Kurs. Anfangserfolge in Form mehrerer überholter, schon jetzt keuchender Läuferinnen oder Läufer schüren den Leichtsinn. Als ehemaliger Fußballer sollte ich mich an einen ebenso blöden, wie manchmal niederschmetternd richtigen Spruch der Vergangenheit erinnern: „Wer Eins Null führt, stets verlührt!“ Die hier keuchen sind weniger gut trainierte 10 km-Läufer. Mir vollkommen klar und doch schiebe ich die „schwellende Brust“ siegessicher an ihnen vorbei.

Über derlei Unfug verpasse ich Kilometer 3 und ein weiteres „Tempo-Update“. Ich haste weiter mit viel Lust am Untergang. Mag sein, ich renne mir auch nur den ganzen morgendlichen Autobahnfrust aus der Seele. Chaotisch ließ es sich an und chaotisch treib’ ich es weiter. - Vier Kilometer kommen in Sicht, Laufzeit ist … 17:30!? Was? Ein zweites, schließlich drittes Mal kontrolliere ich die Ziffern. Es bleibt dabei. Zu schnell, viel zu schnell!!! Verdammte Weitsichtigkeit! Ich muss vorhin einem Ablesefehler aufgesessen sein, hätte meinem Laufgefühl vertrauen dürfen. Schlagartig reduziere ich die Pace, kann und will keinesfalls schneller als 4:30 min/km unterwegs sein.

Die ersten 10 km-Läufer kommen entgegen. Ich achte kaum darauf, bin zu sehr mit mir beschäftigt. Auch ihre Wende registriere ich nur beiläufig, versuche einen Rhythmus zu finden, den ich glaube bis ins Ziel retten zu können. Unterdessen endet das wellige, dennoch gut zu laufende Asphaltband, abgelöst von sandig rotem, festem Spazierweg. Ein paar hundert Meter nerven Unebenheiten, bisweilen spitze Steine, in der Oberfläche, lassen mich zum Rand hin ausweichen. Dann präsentiert sich das Geläuf eben, sogar angenehm unter den Sohlen. Wo ist eigentlich „Fräulein Göltzsch“? Irgendwo rechts querab versteckt sie sich hinter Büschen und hohem Gras. Bisher war das Tal recht schmal. Die nicht allzu steilen Hänge erhoben sich beidseits unweit des Weges. Jetzt öffnet sich der Talgrund und rechts voraus wird die von gewaltigen, steinernen Rundbögen getragene Brücke der A72 sichtbar. Das Bauwerk rückt näher, der Fahrzeuglärm wird lauter. Zwangsläufig werde ich wieder an das morgendliche Zuschnappen der Staufalle erinnert. ‚Wie knapp das war!? Und dann diese Hektik. Das brauch ich echt nicht. Was wäre gewesen, wenn ...?’

Unterhalb der Brücke konfrontiert mich das Terrain schonungslos mit meiner läuferischen Realität: Ein erster, geradezu lächerlich bedeutungsloser Buckel ist zu nehmen. Der strengt mich nicht nur auf alarmierende Weise an, es zwickt auch vernehmlich in Knien und Sehnen. Dazu einmal mehr das Ziehen im Gesäßmuskel rechts. Alles klar, Leiden ist angesagt. Die Beine werden mich auf der zweiten Hälfte schleichend ausbremsen und jeden abgeforderten Schritt mit Schmerzen „vergelten“. Nur kurz diskutieren mein vernünftiges Selbst und Ehrgeiz über Temporeduzierung zugunsten des Genusses. Eine Passage mit mehreren, moderaten Gefällestücken verschafft mir Erleichterung, beflügelt und beendet das Zwiegespräch. Vernunft in die Ecke, Genuss ade …

Ich kreuze den Lauf der Göltzsch und wenig später eine von Polizei gesicherte Straße. Seit mehreren Kilometern habe ich eine Vierergruppe im Fokus, deren Abstand von anfänglich vielleicht 80 Metern sich ebenso unmerklich wie unaufhaltsam vergrößert. Dennoch habe ich nicht den Eindruck bereits Geschwindigkeit eingebüßt zu haben. Ich muss sie ziehen lassen, wenngleich das bedeutet, diesen mit Teilnehmern nicht gerade gesegneten Lauf einsam fortzusetzen. Dichter Wald fängt mich ein. Der Weg verläuft nun unmittelbar entlang der linken Talflanke. Der führende Läufer rennt mir entgegen, mit großem Abstand der zweite, dann lange nichts mehr. Neun Kilometer vorbei, bald muss die Wende kommen. In dunklem, von dichtem Laubwald gebildetem „Tunnel“ erspähe ich eine Reihe von Pylonen. Irgendwie sieht das nach Wende aus, irgendwie aber auch nicht. Zwei Leute stehen da rum. Dann bin ich vorbei, keiner hält mich auf und so kommt die logische Kette Verwirrung-Frage-Nachdenken-Lösung über das erste Glied nicht hinaus. Egal. Weiter.

Sehr spät erkenne ich die 10 km-Marke. Zeit nehmen: 44:30. Das ergibt einen Schnitt von weniger als 4:30 min/km. Natürlich ist das zu schnell. Andererseits muss man das stete Gefälle heraus rechnen. Die Wende! Eine Serie von Pylonen teilt den Weg in zwei Spuren. Ein Mann mit Kladde notiert meine Startnummer. Abbremsen, enger Zirkel, wieder beschleunigen - Stadion ich komme … Aber ich komme nicht weit. Nach ein paar hundert Metern, kurz vor der ominösen ersten Pylonenreihe, erblicke ich ein bekanntes Gesicht. ‚Dem begegnete ich doch bereits vor zwei Minuten!?’ Schlagartig ist mir klar, dass die unerklärlichen Pylonen eine zweite Wende markieren. Tatsächlich schickt mich hier eine junge Frau mit freundlichen Worten in die Schikane. In Lächeln und Stimme mischt sich Bedauern, als wolle sie sich für die Gemeinheit des Streckenplaners entschuldigen. Die Extraschleife bietet ausreichend Gelegenheit meine Verfolger zu studieren. Wann mich wohl der Erste einholen wird?

Der Rückweg hat Steigung, viel mehr Prozente als das Gefälle des Herwegs. Unsinn meinst du? Natürlich ist das Unsinn. Das weiß ich auch. Aber dann erklär mir doch, warum es mir nun sooooo viel schwerer fällt eine akzeptable Geschwindigkeit zu halten. Verdammt ist das hart! Hart, obwohl ich gefühlt und objektiv seit der Wende etwa 15 Sekunden unter dem bisherigen Schnitt bleibe. Ich nehme es hin, weil ich keine andere Wahl habe. Nach 12 Kilometern fühle ich schon so etwas wie Ermüdung in den Beinen. Der Pulsmesser protokolliert das Laufgeschehen zu Studienzwecken, drum weiß ich: Den bisher investierten Pulslevel habe ich im Training nie so lange gehalten. Fehlt mir Tempohärte? Wird mir dieser Umstand zum Ende hin das Genick brechen?

Ohne Hektik der Anreise und meinen Ehrgeiz hätte das ein richtig toller Tag werden können. Sogar die Wetterverantwortlichen hatten ein Einsehen, rissen gewaltige Löcher in eine Wolkendecke, aus der es auf der Herfahrt noch schauerte. Sonne, leuchtender Herbstwald, laufen dürfen, alles Zutaten für einen glückseligen Samstag. Zwar ist die Luft kalt, etwa 7°C jetzt. Aber der warme Sonnenschein ließ mich schon fürchten „overdressed“ zu sein. Mütze, Handschuhe, warmes Langarmunterhemd, drüber das Trikot mit der Startnummer. Die Schweißbildung hält sich in Grenzen, also scheine ich doch richtig zu liegen.

Ab und an trabt noch ein Läufer auf Gegenkurs vorbei, Horst Preisler als einer der Letzten. Mir fällt seine ungute Haltung auf. Ich denke an den Lauf in Husum, Anfang des Jahres. Seinerzeit war davon noch nichts zu sehen: In der Hüfte abgeknickt, hat er gewaltig Schlagseite. Als Schönheitsfehler ist mir das wurscht. Wenn ich mich an der Schönheit des Laufsports berauschen möchte, schau ich mir Afrikaner an. Mich stört der Gedanke, womöglich einen der ganz Großen des Laufsports bei einem seiner letzten Marathons zu erleben. Irgendwie scheint mir selbstverständlich, dass Horst bis zu seinem letzten Atemzug laufend und auf Marathonkurs unterwegs sein wird. Aufhören müssen und den Lebensabend am Streckenrand verbringen? So wird es für dich und mich sein. Aber doch nicht für einen Horst Preisler! - „Super Horst!“ Ich recke ihm optimistisch den Daumen entgegen und er grüßt zurück …

Vor der Serie von Kurzanstiegen, die mir vorhin über das erste Tief hinweg halfen, vernehme ich Schritte im „Genick“. Das muss mir egal sein, weil ich nichts zuzusetzen hab. Isses aber nicht und so mobilisiert geweckter Kampfgeist Energie, lässt mich die Kuppe leichter nehmen. Nur nützt das nichts. Er schließt auf, erreicht gleiche Höhe, schaut mich an, lächelt, schickt ein leutseliges „Hallo!“ herüber. - Sollte ich je in Verlegenheit kommen, einen laufenden Kontrahenten psychologisch „ausknocken“ zu müssen, werde ich mich an diese Begebenheit erinnern. Nichts ist „niederschmetternder“, als ein leichtfüßig und lächelnd verschenktes „Hallo!“ - Eine Weile traben wir einträchtig nebeneinander her, erleben gemeinsam, wie ein noch schnelleres Paar Füße überholt. Der wirkt vollkommen ausgeruht, vor Kraft strotzend, gewinnt binnen weniger Minuten hundert Meter Vorsprung.

Mit einem ganz bewusst gedachten „Ich-werde-nicht-versuchen-dir-zu-folgen!“ bin ich nunmehr entschlossen keine weiteren Dummheiten mehr zu begehen. Die anfangs eingebrockte Suppe auszulöffeln wird hart genug werden. So trennt sich das Tandem. Über Minuten baut er seinen Abstand zum Vorsprung aus. - Der Rückweg ist nicht nur steiler, er ist auch weiter. Längst bewegen sich die Füße wieder über den Asphalt des Radweges. Die Müdigkeit wächst, das Zwicken in Knien und Sehnen auch. Das Bergtraining, vor allem die Abstiege stecken da noch drin. In einem „Rutsch“ rund 800 Höhenmeter runter, in knapp 30 Minuten, vor nur einer Woche. Das war ein Fehler. Ich habe überschätzt, was Gelenke und Halteapparat in so kurzer Zeit kompensieren können.

Das Kopfsteinpflaster! Und rauf geht’s auf dieser kurzen Passage auch noch. Keine Minute und der Spuk liegt hinter mir. Am Rand der Bundesstraße strebe ich dem Stadion entgegen. Die Sonne macht sich rar. Kalte Windstöße zerstreuen Zweifel an meinem Outfit: Danke Mütze! Und ein besonderer Dank an euch Handschuhe! Keine Minute liegt zwischen Bundesstraße und Aschenbahn, schon laufe ich wieder auf dem angenehm dämpfenden roten Belag. Hat es der Stadionsprecher durchgesagt? Muss wohl, denn schon während der Stadionrunde wird klar, dass zwei Runden zu drehen sind, bevor man mich wieder ins Göltzschtal entlässt.

Beim ersten Einbiegen auf die Zielgerade höre ich meinen Namen aus dem Lautsprecher. Alles an mir strafft sich, prüfende Augenpaare sollen kein Indiz der Schwäche entdecken. Der Sprecher verkündet Herkunft und Verein. Er kennt die „TG Viktoria Augsburg“, erzählt von tollen Athleten, die früher hier auftrumpften. Da weiß er mehr als ich. Es gibt schon einige furiose Läuferinnen und Läufer in meinem Verein, vor allem in der Jugend und bei den Senioren. Aber was vor 2008 war … Vielleicht sollte ich mal die Vereinschronik studieren.

In Höhe des Zielbogens lasse ich mir ein Getränk reichen. Leider gibt’s überall nur Wasser oder (zu schwach) gesüßten Tee. So, nun noch eine Runde auf weichem, Kräfte fressendem Geläuf und um Himmels Willen nicht dran denken, dass mich die angegriffenen Stelzen über einen zweiten Halbmarathon tragen müssen …

Bundesstraße - Kopfsteinpflaster (Uaahh ist das unangenehm!) - Radweg. Wie lange spricht man von Ermüdung, ab wann von Erschöpfung, was genau heißt „ausgelaugt“? In welchem dieser Zustände bewegen sich meine Beine? Wann hatte ich zuletzt Empfindungen wie diese? Sie sind mir merkwürdig fremd. Tatsächlich scheint diese unangenehme Wahrnehmung, wenn man seine Energiespeicher zunehmend „leer läuft“, vom jeweiligen Tempo geprägt. Laufen am Limit fühlt sich auf der langsamen Ultrastrecke anders an, als bei einem Marathon. Und ein schneller 10er dreht die Muskelfasern noch übler durch den Wolf.

Dicke Wolkenwalzen haben obsiegt. Kein Sonnenstrahl wärmt mehr, zuweilen lässt mich kalter Wind durch dünnen Ärmelstoff frösteln und am ganzen Körper schaudern. Mütze, Handschuhe und Co. - wenigstens das hab ich heute richtig gemacht. Das Blätterkleid gefällt noch immer mit gelben und roten Flicken. Aber es leuchtet nicht mehr, hat seinen goldenen Schimmer verloren. Ein Sinnbild für meinen Lauf. Der Lack der ersten unbeschwerten Kilometer ist ab, was bleibt ist Kampf. Marathon Nummer 57, einer der seltsamen. Obwohl ich ein Konzept hatte, rannte und renne ich eher planlos. Statt mich der Einsicht in heutige Grenzen zu fügen und ein neue Taktik zu vollstrecken, träume ich halsstarrig weiter von schnellem Laufen. 25 Kilometer um. Ehrlich: So ein Gefühl im Training und ich lenkte meine Schritte auf kürzestem Wege nach Hause.

Noch als kleine Gestalt, ob seiner zur Seite geknickten Haltung aber unverkennbar, nähert sich Horst Preisler. Veränderungen erkenne ich nicht. Nicht gekrümmter, nicht langsamer, nicht gequälter im Gesichtsausdruck. Warum skeptische Gedanken verfolgen? Er weiß was er tut, wird ankommen. „Super Horst!“ Gruß und Gegengruß. - Und ich? Was ist das für ein neuer, hässlicher Schmerz in der linken Hüfte? Lautlos fluchend warte ich, dass er weicht. Irgendein überreizter Nerv bohrt mir ein Loch in die Flanke. Schmerz geht, kommt, geht, verschwindet. Ausgelöst hier, verursacht in alpiner Region. Zu hartes, zu spät angesetztes Bergtraining. Ich habe verstanden. Läufer begreifen oft erst im Augenblick der Pein. Ich werde das Training der nächsten Wochen anpassen. Nur wie weiß ich noch nicht. Darüber nachzudenken fehlt mir gegenwärtig die Kraft.

Direkt neben den Rundbögen der Autobahnbrücke liegt ein Fußballplatz. Gerade führt der Schiedsrichter zwei Mannschaften zum Mittelkreis. Ein grauenerregender Gedanke lässt sich nicht unterdrücken: ‚Was, wenn während eines Spiels dort oben einer infolge Unfalles über die Brüstung katapultiert wird?’ Unmöglich! Der Brückenrand ist ein Bollwerk, als Autofahrer weiß ich das. Aber ergreifen Katastrophen denn nicht jede, noch so winzige Chance, um Menschenleben auszulöschen? Ab in den Wald, Sicht verstellt, Szenario Ende. Eine Minute später erreicht mich der Pfiff des Schiedsrichters: Das Spiel hat begonnen …

Mein eigenes läuft schon eine Weile. Früher, als ebenso leidenschaftlicher, wie unbegabter Außenverteidiger hatte ich es besser. Da gab es in 90 Minuten immer wieder Gelegenheit zum Ausruhen und Kräfte sammeln. Ist Fußball vielleicht deshalb beliebter als Laufen? - Wieder die Serie abschüssiger Rampen. Erleichterung für Sekunden, begleitet von unschönem Gedanken: ‚In ein paar Minuten musst du hier wieder hoch.’ Von Ermüdung scheinen nicht nur Läuferbeine betroffen: Halb gelangweilt, halb desinteressiert, schauen mir die beiden Polizisten beim Überqueren der Straße zu. - ‚Ob auf der zweiten Runde die Wendeschikane auch gelaufen werden muss?’ Sicher könnte man diese Frage durch Streckenarithmetik beantworten. Aber alle Kraft und Konzentration strömt derzeit in Richtung Boden, verwandelt sich in Schritte. Wie schnell ich noch bin (oder wie langsam schon?), weiß ich nicht, hab schon lange keine Zwischenzeit mehr genommen. Zur Uhr blickt nur wem das Gesetz des Handelns geblieben ist, wer sich stark genug fühlt, vorgegebene Splits einzuhalten und daraus Motivation bezieht. Wenn noch etwa 10 Kilometer fehlen, werde ich mich wieder für die Zeit interessieren. Dann lässt sich der Schluss einigermaßen verlässlich kalkulieren.

Die junge Frau und ein Begleiter mit Schreibbrett stehen noch immer in Höhe der schikanösen Wende 2. Mithin wird mir der Kreisel nicht erspart bleiben. Welchen Sinn hat das eigentlich? Ich erinnere mich, hinter Wende 1 einen reichlich verkrauteten, zum Laufen unbrauchbaren Wegverlauf ausgemacht zu haben. Zudem schien der eigentliche Wanderweg dort nach links, bergwärts zu schwenken. Als meine Startnummer zum dritten und vierten Mal notiert wird, finde ich diese Vermutungen bestätigt. Man wollte den Läufern den Kraft raubenden, zweimaligen Anstieg ersparen.

Es tut jetzt richtig weh. Nicht mehr lokalisierbar, einfach übergreifend. Jammern überlasteter Fasern verstärkt vom Schmerz, den unablässiges Mobilisieren von Muskelenergie begleitet. Der Körper will damit aufhören, lässt es mich überdeutlich spüren. Einfach ausblenden. Noch 10 Kilometer. Kurz gerechnet, das kann die Birne noch: Ich werde mich mit etwa 3:25h in die Zielliste eintragen - wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passiert. Ein letzter Becher Tee, noch mal helfen mir Uniformierte über die Straße. Ich verbeiße mich in den Lauf. Meine Schritte scheinen verkürzt, behindert, als wäre ich zu schwach die schweren Beine richtig zu heben. Schlimm: Inmitten solchen Ausnahmezustandes besteht ein Teil von mir auf Forschung: Wer oder was behindert meine Bewegungen? Kann ich inneren Sensoren jetzt noch trauen? Nicht nur eine Sache mangelnder Kraft melden sie. Ich setze die Füße nicht mehr voll kontrolliert voreinander. Steuernde Nervenimpulse kommen Sekundenbruchteile zu früh, zu spät oder sind zu schwach zur präzisen Ansteuerung der Muskelfasern.

Beißen! Das Göltzschtal ist mir jetzt schnuppe. Keine herbstlichen Farben erreichen mich mehr, einerlei, was mich umgibt. Nur eins will ich noch: Ankommen! Ein zweites Mal quäle ich mich die Serie von Kurzanstiegen hoch. ‚Zum letzten Mal!’ pocht es in mir und verbreitet Zuversicht. Noch 8 Kilometer. Fahrzeuglärm dringt durch Bäume, dann hab ich freie Sicht auf die Autobahnbrücke. ‚Zum letzten Mal!’ wiederholt mein Kopf. Sicht zum Fußballplatz: Die Mannschaften umringen die jeweilige Trainerbank, genießen den Pausentee. Noch 5 Kilometer. Neue Hochrechnung: Es bleibt dabei, 3:25h, wenn ich durchhalte.

Ich hab schon auf Horst gewartet. Geknickt aber stetig hält er Kurs. Einer wie er sollte immer aufrecht laufen dürfen, bis zum hoffentlich noch fernen Ende. Ich würde ihn gerade richten, wenn ich könnte. Das ja. Helfen? Nein! Das würde er ebenso wenig wollen wie ich. Wertvoll wird ein Marathonsieg nicht durch Medaille oder Urkunde. Investierte Anstrengung, überstandene Tiefs, erlebtes Glück. Das Stück Blech an der Wand dient einzig dem Auslösen der Erinnerung. Was treibt dich Horst Preisler? Darüber brauche ich nicht nachdenken. Es ist nicht immer schön. Manchmal braucht das Glück eine Weile, bis es den Marathoni findet. Aber selbst mein hässlichstes Finish wandelte sich zuletzt in Befriedigung. Und du willst es immer wieder spüren. Leben. - „Bravo Horst!“ zum Gruß erhobene Hände, in diesem Lauf zum letzten Mal wie ich glaube.

Ich blicke über das Asphaltband des Radweges voraus. Ein Läufer, hundert Meter vor mir, ein Helfer, der einen Straßenübergang sichert, ansonsten gähnende Leere. Entsetzlich weit vorne verliert sich der Weg als grauer Strich zwischen Bäumen. Das will ich nicht sehen. Schwer genug ist der Kopf, sinkt von selbst auf die Brust. Nun reicht meine Zukunft maximal zwanzig Schritte voraus. Das beruhigt. Noch drei Kilometer. ‚In einer Viertelstunde hab ich’s hinter mir!’ immer wieder diese Formeln in leichter Abwandlung. Mantras der Selbstüberwindung, zur Stärkung der Willenskraft. Noch zwei Kilometer. Mit Schaudern denke ich an das bevorstehende Stück Kopfsteinpflaster. Außenrum, ein paar Meter länger, gibt’s eine weniger scheußliche Passage. ‚Die werde ich gleich nehmen. Bloß nicht mehr über die doofen Steine. Betrug isses keiner, ist ja etwas weiter!’ - Dann greift mein Blick nach dem Läufer vor mir. Während ich mein Tempo konserviere, fällt er immer weiter zurück. Es ist einer der beiden, die in Runde eins mit aufreizender Lauffreude vorbei tänzelten. Nun hockt ihm der Hammermann im Genick, von Leichtfüßigkeit keine Spur mehr. Natürlich will ich ihn schlussendlich überholen. Der Ehrgeiz stirbt zuletzt (nicht die Hoffnung). Wir überqueren die kleine Göltzschbrücke, Abstand zueinander 30 Meter, erreichen das Kopfsteinpflaster vor der Fabrikruine. Der letzte Kilometer. Außen rum? Pflaster meiden? Weiteren Weg gehen? Nein, will ihm keinen Millimeter schenken. Die doofen Steine wie mein „eiernder“ Lauf darüber - vor fünf Minuten noch mit gewaltiger Abneigung versehen, jetzt bedeutungslos. Ich bohre meinen Blick in seinen Rücken, nähere mich unaufhaltsam. Wir sind auf der Bundesstraße, vielleicht noch 700 Meter. Mit Sicherheit hört er schon mein Tapsen hinter sich. Mir hilft diese Verfolgung. Die Not der letzten Stunde ist vergessen, bin versessen auf dieses Scharmützel mit einem Kontrahenten. Dicht hinter ihm werde ich noch einmal schneller, lege verbliebene Kraft in längere Schritte, ziehe vorbei, sende Signale: „Schau her wie stark ich noch bin! Versuch nicht zu folgen, du kannst mich nicht besiegen!“ - Keine Ahnung, ob das nötig war, jedenfalls folgt er mir nicht. Ich hab’s geschafft, biege ins Stadion ab, fliege über die Aschenbahn (Die haben sie aber verlängert in den vergangenen anderthalb Stunden!). Aus Lautsprechern schallen Startnummer, Namen und Verein. ‚Der hat ganz schön aufgeholt!’ kommentiert der Sprecher. Das ist zwar eine glatte Falschinformation, dennoch weiß ich was sich gehört und widme dem applaudierenden Publikum einen Schlussspurt. Der Tag hatte schon 1.000 Geräusche. Das einstweilen schönste schallt mir als Piepsen von der Zeitnahme entgegen.

Fast anderthalb Stunden später, satt und müde, als Sieger meiner Altersklasse geehrt (im schlechtesten Fall konnte ich zweiter werden), sitze ich im Auto und biege von der Stadionzufahrt auf die Bundestrasse ab. Einem der letzten Läufer applaudiere ich durchs geschlossene Autofenster, das Signal kommt an. Zweihundert Meter weiter muss ich einfach halten und das Fenster öffnen: „Super Horst, gleich hast du’s geschafft! Alles Gute!“

Ergebnis von Horst Preisler: 4:47:14, Platz 1 in M70


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