Hochsommer   im   Frühling      -      Würzburg   Marathon   2007

Im Schlaf - so heißt es gelegentlich - beschäftige sich der Geist mit dem, was ein Mensch nicht bewältigen konnte oder wovor er sich fürchtet. Zwar liege ich in meinem Hotelbett in Würzburg, mein Unterbewusstsein begibt sich derweil auf Abwege. Im Traum laufe ich planlos, kreuz und quer in der Gegend herum. Manchmal begegnen mir andere Läufer, einmal muss ich auch eine schlammige Passage überstehen, durch Wald ging’s wohl auch. An die Details kann ich mich Sonntagfrüh nicht mehr richtig erinnern. Aber ich rannte in Biel, da bin ich sicher. Wach und ausgeruht erschreckt mich der Gedanke an die 100km-Unternehmung nicht. Ganz offensichtlich denkt „es“ in mir drin anders darüber ... Der Traum ist vergessen, als Ines und ich eine Stunde vor dem Start am Mainufer Richtung Friedensbrücke schlendern. Siebenmal war ich dieses Jahr schon auf der Marathonstrecke unterwegs. Siebenmal schien die Sonne (in Freiburg wenigstens zeitweise) und auch heute verspricht sie uns einzuheizen. Von der Friedensbrücke bieten sich spektakuläre Ausblicke auf die Mainufer: Rechts die klotzige Wehranlage der Festung Marienberg über Weinbergen, links die Altstadt mit den Türmen der zahlreichen Kirchen. Mein Trainingsplan enthielt viele attraktive Marathonläufe in diesem Jahr. Würzburg versprach, ob seiner Lage und der meistenteils in Flussnähe bleibenden Strecke, ein besonderes Highlight zu werden.

Da kein Wind im Startbereich stört, geben wir unsere Taschen schon sehr früh ab und verzichten auch auf den bisher immer nötigen Windschutz aus Plastik. Während sich Ines in eine der Schlangen vor den Toilettenhäuschen einreiht, suche ich am vereinbarten Treffpunkt nach Läufern aus dem Forum. Meine Vermutung, dass das zeitlich ein wenig zu gedrängt sein könnte, bewahrheitet sich. Erst auf dem Rückweg treffe ich Kerstin mit Begleiter, ein Stück weiter auch noch den kurzfristig mit dem Zug angereisten Stefan. Wir trennen uns schnell wieder. Es sind nur noch zwanzig Minuten bis zum Start und er muss sich noch umziehen und die Tasche abgeben. Am Start stoßen Ines und ich dann noch einmal auf Kerstin und Charly. Nach dem üblichen Woher-wohin-welche-Strecke-und-Zielzeit verabschieden wir uns in den zweiten Startblock. Die Läufer stehen hier ziemlich dicht. Nach vorsichtigem Slalom finden wir einen befriedigenden Standplatz.

Ines hat zehn Wochen Training hinter sich, um ihre Bestzeit auf der Halbmarathonstrecke zu unterbieten. Und ich darf heute mal für meine Frau den „Hasen“ geben. So sieht die „Planung“ für die erste von zwei zu laufenden Runden aus. Startblock 1 ist schon weg, unserer schließt zur Startlinie auf. Eine letzte Umarmung, ein Kuss, gute Wünsche und schon schickt uns ein Böller auf die Reise. Die ersten Minuten fühlen sich grauenvoll an. Mein Körper verweigert zunächst mal jegliche Mitarbeit. Steife Beine und ein Kreislauf, der anscheinend noch im Hotelbett nächtigt, nerven ein wenig. Ungewohnt ist das nicht, viele Trainingseinheiten beginnen in den letzten Wochen so. Deshalb mache ich mir auch keine Sorgen darüber. Schwierig ist nur, unter solchen inneren Bedingungen die richtige Geschwindigkeit zu „justieren“. Tempogefühl steht mir erst nach dem Warmlaufen zur Verfügung, dann werden die drei wichtigen Anfangskilometer aber schon hinter uns liegen. Erfahrung muss helfen: „Einfach langsamer laufen, als man meint laufen zu müssen!“ Das ist dann regelmäßig immer noch zu flott. Heute auch: „Das war jetzt zehn Sekunden zu schnell“ will ich Ines beruhigen. Die Straße folgt hier in weitem Bogen dem nahen Fluss, nur sehen kann man ihn nicht. Hohe Alleebäume, Bewuchs und teilweise auch Bauten auf breitem Uferstreifen verhindern reizvolle Ausblicke. Schon zwischen Kilometer eins und zwei wird zum ersten Mal Wasser angeboten. Wir laufen beide daran vorbei. Kilometer zwei: Immer noch ein bisschen zu schnell, aber nur noch vier Sekunden, es beginnt sich einzupendeln.

Wir verlassen einstweilen das Mainufer, werden in ein Wohngebiet geschickt. Wer an diesem Sonntag länger als bis 9 Uhr schlafen wollte, hat Pech: Harte, rockige Rhythmen dröhnen uns entgegen. Sie spielen gerade ein nicht besonders eingängiges Stück und können mich nicht so recht begeistern. Vielleicht ja dann auf dem Rückweg oder auf meiner zweiten Runde!? - Ines hat Probleme mit dem rechten Auge, immer wieder reibt sie mit dem Fingerrücken darüber weg. Ich konzentriere mich auf die Pace. Zu sehen gibt es hier ... nichts. Ein langweiliges Wohnviertel, ab und an unterbrochen von Gewerbegrundstücken. Man darf dem Streckenplaner unterstellen, hier einfach nur ein paar Kilometer „verbraten“ zu müssen. Rechts rum und mit minimaler Steigung vorwärts. Ines konnte das „Augenproblem“ immer noch nicht beheben. Noch einmal rechts rum, Kilometer drei vorbei, wir liegen zwanzig Sekunden unter Sollzeit. „Meine rechte Kontaktlinse ist verrutscht und ich krieg sie nicht wieder in Position“ gibt Ines mir zu verstehen. „Willst du stehen bleiben und das an einem Autospiegel zurecht rücken?“ schlage ich vor. Tatsächlich läuft sie auf den Bürgersteig und versucht den Sitz der Linse an einem Außenspiegel zu korrigieren. 30, 40, 50 Sekunden verstreichen, dann reihen wir uns wieder in den dichten Strom der Läufer ein. „Die Linse war umgeklappt und nach unten gerutscht. Das hätte ich beim Laufen nie mehr hingekriegt!“ erklärt sie. ‚Da kann man nichts machen. Shit happens!’ denke ich und sage es dann auch.

Nach gut zehn Minuten genießen wir die nächste Darbietung der Rockband. Auch nicht sonderlich erhebend - für mich. Einer Läuferin in meinem Rücken scheint es besser zu gefallen: „Diesen Rhythmus müsste man auf der ganzen Strecke haben, das wär’ genau richtig!“ - Obwohl mein Pulsmesser mäßige Werte knapp unter der 70%-Marke anzeigt, bildet der Schweiß an Stirn und Schläfe erste Rinnsale. Es ist noch nicht übermäßig warm, eine hohe Luftfeuchtigkeit drückt aber schon gewaltig. Wir trinken im Stehen einen ersten Becher Wasser und traben wieder los. Es ist Zeit zu fragen: „Wie fühlt sich das Tempo für dich an?“ „Ganz schön zackig“ antwortet Ines. Und damit ist mir schon jetzt klar, dass es einfach zu warm und schwül für sie ist. Aber noch läuft es. Kurz vor der Brücke der deutschen Einheit verlassen wir die Straße über ein kurzes, steileres Stück Richtung Mainufer. Endlich ist der Fluss mal zu sehen. Jenseits seiner Wasser wächst der nächste Jahrgang Frankenwein an steilen Bergflanken. In Flussnähe laufend erreichen wir den Start-/Zielbereich. Hier, vor und hinter der Friedensbrücke, spendet auch zum ersten Mal eine erwähnenswerte Zuschaueransammlung Beifall. Durch eine viel zu enge, mit Gittern und Trassenband abgetrennte Gasse passieren wir die Zelte der Marathonmesse und schwenken wieder zurück auf die Mainuferstraße. Dort empfängt uns leichter Gegenwind. Zu wenig, um merklich zu bremsen, aber ausreichend um ein wenig zu kühlen. Mein Tempogefühl sagt mir, dass Ines langsamer wird. Kilometer sieben bestätigt die Wahrnehmung. Während ich mich bisher ganz leicht hinter, allenfalls neben ihr hielt, setze ich mich jetzt einen Viertelschritt vor sie. Aber diese Strategie kann ich nicht durchhalten. Mittlerweile wurde der dicke „Lindwurm“ der Läufer von der Straße auf Rad- und Fußwege umgeleitet und es ist einfach zu eng, um konstant und frei zu laufen. Wie immer stellten sich Teilnehmer, die in den letzten Startblock und dort nach ganz hinten gehören, gedanken- und rücksichtslos nach vorne und hindern jetzt die anderen am Fortkommen.

Ein Weile spure ich zwei, drei Meter vor Ines her. Ein unmissverständliches Zeichen, aber sie kann ihm nicht folgen. Unter den heutigen Bedingungen ist für sie einfach nicht mehr drin. Wenigstens verläuft die Strecke hier kilometerweit unter dichten Bäumen, schattig und kühl. Leider bedeutet das auch, von der Umgebung überhaupt nichts mitzubekommen. Am wenigsten vom Fluss, der seit dem Startbereich beinahe ständig verborgen war. Ich bin enttäuscht. Vom Streckenplan ausgehend, konnte man sich ständig wunderschöne Blicke zum und über den Main versprechen. Na, vielleicht jetzt! Nach der Konrad-Adenauer-Brücke schwenken wir nach links und ... wieder nix. Hier beginnen die Wohnstraßen des Orteils Heidingsfeld. Zwischen den Häusern hat sich die Luft merklich aufgeheizt. Innerhalb weniger Minuten wird die Röte in Ines Gesicht noch intensiver. Aber nicht nur heiß ist es hier, auch - pardon - stinklangweilig. Die nächste Rockband müht sich redlich, hat aber außer herb dröhnender „Phondichte“ wenig zu bieten. Ein weiterer Getränkestand und Ines genehmigt sich einen zusätzlichen Becher. Die Hitze setzt ihr wahnsinnig zu. Und weiter. Oh, wieder mal links ab, das heißt Richtung Main. Ob wir ihn jetzt gleich sehen werden? Nichts war’s. Weit weg kann er nicht sein, aber Bebauung und auch wieder undurchdringlicher Bewuchs lassen es nicht zu.

Wir haben den äußersten Punkt der ersten Runde gemeistert und biegen rechts ab. In leichter Steigung ist ein Kontrollpunkt zu überlaufen. Mit pausenlosem „Quieken“ registriert die Anlage Läufer um Läufer. Und noch mal rechts, wieder Richtung Innenstadt. Kilometer 12 in Heidingsfeld: Inzwischen haben wir reichlich zwei Minuten auf die Sollzeit eingebüßt. Sobald die Straße ein wenig Gefälle aufweist, so wie jetzt gerade, setze ich mich vor Ines und versuche das Tempo ein wenig zu verschärfen. Andererseits weiß ich, dass das die Abschnitte sind, wo sie sich ein wenig erholen könnte. Ich sehe und ich fühle, dass sie sich schindet. Und mehr als bei jedem anderen Menschen, dem ich den „Hasen“ machen könnte, wirft mich das in einen inneren Zwiespalt. Ich mag sie einfach nicht quälen, allein der Gedanke verursacht mir starke Abneigung.

„Hallo! Na, heute keine 3:30h laufen?“ Stefan hat aufgeschlossen. Ich deute auf Ines, die er noch nicht gesehen hat: „Heute bin ich Begleiter! In der zweiten Runde werde ich dann vielleicht zulegen. Je nachdem wie’s läuft.“ Stefan hat sich einer Staffel angeschlossen und will seinen Lauf einfach nur unter vier Stunden abschließen. Auch er trainiert für die 100 km von Biel. Er war verletzt, hat Trainingsrückstand und am nächsten Wochenende steht ihm der harte Ultramarathon am Rennsteig bevor. Verständlich, dass er es heute ruhig angehen lässt. „Ich bin sicher wir sehen uns nachher noch wieder“ ruft er mir mit ironischem Unterton zu, dann zieht er langsam davon. Im Zentrum von Heidingsfeld stehen ein paar Zuschauer. Nicht weltbewegend, aber immerhin. Wie in jedem Lauf schreien sich einige Wenige die Seele aus dem Leib oder klatschen sich die Finger wund. Die Mehrheit steht nur stumm da und lässt die verschiedenen Akte des Schauspiels an sich vorüber ziehen. Entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheit klatscht Ines heute keine Kinder ab, grüßt kaum zurück, allenfalls mit schwacher, sparsamer Geste oder verhaltenem Lächeln - zusätzliches Indiz für ihre grenzwertige Belastung. Ein weiteres Mal geht’s an der dröhnenden Rockdarbietung vorbei. Die Band hat ihre Anlage in einer Art Tunnel aufgebaut, der einen Gebäudekomplex unterquert und durch den wir laufen müssen. Diese „Höhle“ weist eine wirklich schauerliche Akustik auf. Selbst „Hänschenklein“ klänge hier zum Fürchten.

Die letzten Häuser des Vororts Heidingsfeld stehen kurz vor der Konrad-Adenauer-Brücke. Diesmal müssen wir rüber. Obschon in relativ sanftem Anstieg genommen, treibt sie uns gehörig den Schweiß aus den Poren. Ines kämpft gewaltig und muss einen weiteren Gang zurück schalten. Etwa sieben Kilometer rannten wir seit dem Start-/Zielbereich unweit des Mainufers, erhaschen aber erst jetzt wieder einen Blick auf seine trägen, dunkelgrünen Fluten unter uns. Und dann war’s das auch gleich wieder. Am anderen Ende der Brücke geht’s schraubenförmig nach unten Richtung Stadtmitte. Zunächst durch eine parkähnliche Anlage, dann auf die Mainuferstraße. Wieder verwehren Bäume und Büsche jede Sicht zum Fluss. Auf der rechten Seite bilden parkende Autos und dichte Wohnbebauung die „spannende“ Blickbegrenzung. Wer auf dem Bürgersteig rennt, kann den Schattenwurf straßennaher Bäume nutzen. Zunächst laufen Ines und ich dort nebeneinander. Aber das Trottoir erweist sich als viel zu eng für die zahlreichen Marathonis. Zudem gilt es gelegentlichen Passanten auszuweichen. Ich ziehe es vor auf der Straße zu laufen, da ist wenigstens ausreichend Platz. Einer plötzlichen Eingebung folgend, sause ich auf die andere Straßenseite und stehe nach ein paar weiten Sätzen in der Grünanlage. Eine Wohltat ist das. Obwohl mich Temperatur und Luftfeuchtigkeit vom Start weg schwitzen ließen, ein solcher Druck? Wie geht das zusammen? Ich habe unterwegs auch nicht übermäßig getrunken. Es kann nur am verzögerten Frühstück liegen, das wir erst gegen 7:30 Uhr beenden konnten. Für mich eine Stunde zu spät. Aber alles Lamentieren hilft nicht, wenn die Hotelküche es nicht früher anbietet. Ines konnte sich nicht weit absetzen, relativ schnell hole ich sie wieder ein.

Ist ein Lauf arm an optischen Eindrücken, dann wird schon eine Kleinigkeit zum „Bringer“. Ein Ständer mit Traubenzucker steht mitten auf der Straße, Werbegag einer örtlichen Apotheke. Von seinem Fuß in Laufrichtung sprenkelt eine weiße Spur verlorener, teilweise zertretener Zuckerstücke den Asphalt. Offensichtlich haben sich viele an dieser Station bedient. Ob sie wissen, wie negativ sich der megaschnell vom Körper aufgenommene Einfachzucker bemerkbar machen kann? Der Blutzuckerspiegel wird für kurze Zeit merklich angehoben und stürzt danach umso jäher in den Keller. Halbmarathonis haben hier noch sieben Kilometer zu laufen. Zeit genug, um rechtzeitig vorm Ziel im Unterzuckerzustand mit zittrigen Gliedmaßen stehen bleiben zu müssen. Aber auch ohne dass sie von dem süßen Verführer genascht hätte, habe ich Grund mir um Ines’ Verfassung Gedanken zu machen. Wir haben auf den letzten beiden Kilometern noch mehr Fahrt verloren!

Rechts schwenkt marsch! Der Organisator braucht eine kurze Schleife durch den Stadtteil Sanderau, um seine 21097,5 Meter zu komplettieren. Der nächste Verpflegungspunkt versorgt uns mit Wasser und ein bisschen gelb-blauer Parteienwerbung. Bevor Ines trinkt, bekomme ich einen ungewöhnlichen Auftrag. Sie hat fünfzig Meter voraus eine der grünblauen Mobiltoiletten entdeckt: „Schau mal nach, ob die Toilette frei ist!“ Mit meinem Leben hätte ich die kleine Festung nun für mein Burgfräulein verteidigt. Zum Glück macht sie mir aber kein anderer notdürftiger Ritter streitig und nach Sekunden ist meine Herzdame auch schon in der Kemenate verschwunden. Ich stehe derweil auf dem Bürgersteig und betrachte die vorbei trabenden LäuferInnen. Was die sich wohl denken, wenn sie mich hier so rumstehen sehen? Ob sie sich überhaupt was dabei denken? Es dauert, also trabe ich ein bisschen auf dem Trottoir entgegen der Laufrichtung. ‚Seht her, ich kann noch laufen! Ich warte einfach nur!’ - Habe ich da dumpf Plastik auf Plastik schlagen hören? Zurück am grünblauen Verlies, entdecke ich mein davon rauschendes Burgfräulein mitten im Kampfgetümmel. Per Zwischenspurt überwinde ich die Distanz. Sie muss ja denken, ich sei schon auf und davon.

Links schwenkt marsch! Ines läuft nun merklich schneller, wie befreit. Da habe ich also meine Erklärung für den zusätzlich gebremsten Lauf vor dem Boxenstopp. Und noch mal: Links schwenkt Marsch! Aus der Vogelperspektive müsste das ulkig aussehen, wie die Läuferschlange ein beinahe quadratisches Stück aus dem Stadtteil Sanderau „ausschneidet“. ‚Rechts schwenkt marsch!’ bringt uns zurück auf die Uferstraße. Jedenfalls vermute ich den Fluss nach wie vor hinter der undurchdringlich grünen Wand. Den Zwischenzeitvergleich habe ich mittlerweile wegen Bringt-nix-mehr eingestellt. Ines müsste die verbleibenden fünf Kilometer nun schon in rekordverdächtigem Tempo „runterreißen“, um noch an ihrer Bestzeit zu „kratzen“. Selbst habe ich sie nur einmal, nach dem ersten Kilometer, auf die Uhr blicken sehen. Seitdem verlässt sie sich voll und ganz auf ihren „Hasen“.

Die Ludwigsbrücke stellt sich in den Weg. Die Straße senkt sich, um unter dem Hindernis durch zu tauchen. Was ich schon fast nicht mehr zu hoffen wagte, erfüllt sich jetzt: Der Main fließt unverstellten Blickes neben uns her. Und nicht nur das! Über dem anderen Ufer erheben sich Weinberge, gekrönt von der mächtigen Festung Marienberg. „Was für ein wunderschönes Bild!“ teilt mir Ines ihre Begeisterung mit. Einen knappen Kilometer weit, mit Kurs auf die malerische Alte Mainbrücke, können wir diesen Anblick genießen. Auch eine Band gibt es wieder zu vermelden. Nur was die da treiben, darauf können wir uns keinen Reim machen. Durch unklares Hantieren entlockt der Gitarrist seinem Instrument diverse Quietschtöne, der Schlagzeuger „percussiert“ unterdessen in undefinierbaren Rhythmen. Ines’ fragenden Gesichtsausdruck beantworte ich mit einem Schulterzucken.

Die Alte Mainbrücke ist Publikumsschwerpunkt. Gerade mal zwei, drei Meter Gasse lassen uns die eng stehenden Zuschauer frei. Nicht zum ersten Mal bei derlei Gelegenheiten frage ich mich, warum die Leute nicht einfach am Straßenrand bleiben. Von dort sehen sie mindestens genauso viel und für die Läufer wäre das weit weniger stolperträchtig. Durch den äußersten, rechten Bogen des steinernen Brückenmonuments gelangen wir in die Altstadt. Unmittelbar hinter der Brücke sorgt eine Band für Stimmung und versammelt eine Menschenmenge. Danach sind wir Läufer rasch wieder „entre nous“.

Bereit zum Sightseeing durch Würzburgs Altstadt? Spiralförmig müssen wir uns nun ins Zentrum vorarbeiten. Vor der Augustinerkirche erreichen wir die Fußgängerzone, queren die Gleise der heute „verbannten“ Straßenbahn und erschrecken auf der Juliuspromenade ein paar verschlafen wirkende Passanten. Am Ende der Theaterstraße schiebt sich schon ein Stück der Würzburger Residenz ins Blickfeld. „Jetzt bekommen wir die Residenz doch noch zu sehen!“ meint Ines, als wir vor dem barocken Prachtbau rechts abbiegen. Die Neubaustraße senkt sich leicht und beflügelt unsere Schritte. Im Grunde führt sie direkt auf den Main zu, an ihrem Ende quer stehende Gebäude verdecken allerdings den Fluss. Über deren Dächer reicht der Blick hinüber zur anderen Mainseite und auf Teile der Feste Marienberg. Der „Spirallauf“ „zwingt“ uns nach rechts in die Augustinerstraße. Hat meine heftig kämpfende Ines den „Klamottenladen“ auf der linken Seite gesehen? Hier war sie gestern erfolgreich, allerdings in der ebenso anstrengenden Disziplin „Shopping“, nicht beim Laufen. Vielleicht wird ihr Blick aber auch schon hier vom Anblick des herrlichen, alten Rathauses eingefangen. Sein Turm ragt weit in den blauen Himmel und beherrscht eindeutig die Szenerie des kleinen Platzes davor. Eine vielköpfige Zuschauerkolonie hat sich an dieser Stelle gebildet. Das liegt vielleicht auch an der Kapelle, die ihnen und uns aufspielt. Rechts herum, die Spirale wird enger: In leichter Steigung bewältigen wir die Fußgängerzone und steuern geradewegs Richtung Kiliansdom. Kopfsteinpflaster! Ich wähle stattdessen die in der Nähe der Straßenbahngleise eingelassenen, breiten, glatten Randsteine. Auf denen rennt es sich weit angenehmer, allerdings nur für Sekunden.

Vor dem Dom links herum, die Spirale kehrt sich nun um. In engem Rund passieren wir das ganz und gar aufregende Ensemble aus Falkenhaus und Marienkapelle. Ersteres ein hellgelber Rokokobau, dessen Fassade aus dem Jahr 1751 mehr als üppig mit weißem Stuck verziert ist. Der frisch wirkende, rot-weiße Anstrich der daneben platzierten gotischen Marienkapelle unterstreicht den starken architektonischen Kontrast. Unterschiedlicher können zwei geschichtsträchtige Baudenkmäler kaum sein und doch gefallen sie mir nebeneinander - ohne dass ich zu sagen wüsste wieso. Quer über den Marktplatz geht’s nun via schmaler Schustergasse zurück auf die Domstraße. „Der letzte Kilometer!“ informiere ich Ines, falls sie die Tafel nicht gesehen haben sollte. Tatsächlich scheint sie überrascht, dass sich das Ende des Laufes schon ankündigt. Ein weiteres Mal vorbei am hochaufragenden Rathaus, steuern wir unter viel Beifall auf die Alte Mainbrücke zu. „Bravo, Super, bald habt ihr es geschafft!“ - Ob sich Ines ihres Lächelns bewusst ist? Wie kann man so „keulen“ und dann immer noch per Lächeln einem Zuschauer die Aufmunterung danken? Das ist auch etwas zu dem ich kaum fähig wäre. Das Brückenpflaster geht mächtig in die Beine, die letzte Steigung. Beiderseits flankiert von applaudierenden Menschen passieren wir die überlebensgroßen Brückenfiguren. Ein wenig erinnert mich das an die Karlsbrücke in Prag, die meine Füße im letzten Jahr gleichfalls erlaufen durften.

Was ist das? Vor einer der Brückenfiguren, im wallenden, leuchtend orangen Kostüm, wie aus einer anderen Welt, bewegt sich eine Bauchtänzerin zu ihren per Ghettoblaster eingespielten Rhythmen. Das wirkt „hübsch abgefahren“, dieser morgenländische Tupfer in einer von mitteleuropäischer Historie so sehr geprägten Umgebung. Am Ende der Brücke wenden wir uns nach rechts, Richtung Ziel. Noch sechshundert Meter und Ines gibt jetzt alles. Ich feuere „Speedy“, wie ich sie manchmal halb scherzhaft, halb liebevoll nenne, noch einmal an, begleitet von einem Klaps auf den Po, als Zeichen der Anerkennung. Schafft sie es noch unter zwei Stunden? Sie leidet, man kann es nicht übersehen. Noch zweihundert Meter, wir biegen ins Zielgelände ein. Noch eine Linkskurve, noch fünfzig Meter, im Endspurt reichen wir uns die Hände, sie schenkt mir ein Lächeln und wünscht mir eine gute, zweite Runde, dann ist sie im Ziel.

Schlagartig kehrt so etwas wie Ruhe ein. Ruhe auf der Strecke, Ruhe auch in meinem Innern, das Mitfiebern ist vorbei. Und schlagartig beschleunige ich auch meine Schritte. Je nach Verlauf der ersten Runde, hatte ich mir vorgenommen eine schnellere zweite zu laufen. Ein paar hundert Meter renne ich mit Blick auf den Main, bis mich ein kurzer, steiler Anstieg wieder auf die Straße und damit außer Sichtweite bringt. Binnen Minuten klettert der Pulsmesser auf 137 Schläge (80%). Obwohl ich, die erste Runde eingerechnet, nun schon über 120 Trainingskilometer in dieser Woche in den Beinen habe, fühle ich mich dieser Intensität für die nächsten 21 Kilometer gewachsen. Das neue Tempo hat zwei unmittelbare Folgen, eine unangenehme und eine motivierende: Sturzbäche von Schweiß sprudeln aus allen Poren, ständig muss ich mir die Stirn frei wischen. Und: Meine neue Pace lässt mich raketengleich an etlichen Mitläufern vorbei zischen. Ich hoffe sie halten mich für einen Staffelläufer oder verfallen auf eine ähnlich plausible Erklärung. Ich kenne das unschöne Gefühl, wenn man sich anstrengt und einer düst in solcher Geschwindigkeit vorbei. Um das vorweg zu nehmen: Auf der kompletten, zweiten Runde werde ich nur noch von einem Läufer überholt und das war tatsächlich ein ausgeruhter Staffelläufer. Selbst mache ich noch über zweihundert Plätze gut, was ich später der Ergebnisliste entnehmen kann. Üblicherweise bin ich alles andere als ein „Wettkämpfer“. Ich laufe nicht gegen andere, nur gegen mich selbst, bin „Mitläufer“ in einem positiven Wortsinne. Aber heute lasse ich mir von der Jagd nach besserer Platzierung helfen, durch die Möglichkeit das Feld „von hinten aufzurollen“. Die Strecke wird ja nicht kurzweiliger im zweiten Durchgang, eher im Gegenteil, weiß ich doch was mich erwartet. Und es ist noch wärmer und inzwischen reichlich schwül. Das wird hart werden. Noch härter als die harte Rocknummer, mit der uns der Sänger auf die Schleife durch den Stadtteil Zellerau schickt. Inzwischen singt er im luftigen Sportdress. Sein gedrungener, ungemein muskulöser „Auftritt“ lässt mich auf einen Kraftsportler tippen.

Knapp zehn Minuten später habe ich Zellerau zum zweiten Mal in den Beinen und den Rocker neuerlich im Ohr. Aber nur noch fünfzig Meter, bis zur nächsten Ecke, dann kehrt wieder Ruhe ein. Läufer um Läufer lasse ich hinter mir. Die Zunge klebt ein bisschen am Gaumen, ich sollte vorerst keine Tränke mehr auslassen. Den jetzt von tausenden Halbmarathonis „überschwemmten“ Zielbereich passieren wir auf abgewandelter Route. Das war nicht einfach für den Streckenplaner, weil er uns zugleich unter der nicht für den Verkehr gesperrten Friedensbrücke durch lotsen muss. Zurück auf der bekannten Uferstraße. Der Wind hat merklich aufgefrischt und stemmt sich entgegen. Aber ich verfluche ihn heute nicht, er verbessert die Kühlung. Ich konzentriere mich auf mein Tempo, peile immer wieder „Läuferziele“ vor mir an. Ab und an beschleichen mich leichte Zweifel diese Pace bis zum Schluss halten zu können, die Wärme macht mir zu schaffen. Sei’s drum! Der Pulsmesser meldet Werte um die 80%.

Leicht abschüssig, unter der Ludwigsbrücke durch, dann wieder aufwärts. Ich hätte ihn nicht bemerkt, bin zu sehr in Gedanken. Aber Stefan erkennt mich und grüßt hinterher: „Hallo Udo, wir sehen uns dann im Ziel!“ „Ja, alles klar!“ gebe ich zurück und hoffe, dass wir uns dort nicht verfehlen. Meine Splits liegen ziemlich konstant bei 4:40 min/km. Das sollte mich nach etwa 3:40h ins Ziel bringen - wenn ich durchhalte! Sch...egal, ob die Strecke langweilig ist. Hauptsache ich kann jetzt erst mal im Schatten der Bäume laufen, das hilft. 30 Kilometer vorbei und wieder in Heidingsfeld. Hier knallt die Sonne ungehindert runter und der Asphalt wirft die Hitze zurück - ganz und gar hochsommerliche Verhältnisse. Und Udo schwimmt fast weg. Alles an mir ist tropfnass verschwitzt. An jedem der zahlreichen Versorgungspunkte schnappe ich mir einen Becher. Bloß nicht austrocknen! Wieder die schauerliche Band im „Gebäudetunnel“. Klingen die auch „indoor“ zum Abgewöhnen? Noch einmal ganz Heidingsfeld bis zum entferntesten Streckenpunkt, noch einmal Main-„Promenade“ ohne Main. Rechts rum, laufen, überholen, laufen, die Kontrollmessstelle pfeift mich aus. Noch einmal rechts und nun geht’s eindeutig in Richtung Ziel. An diesem Eck steht ein Wohnheim von ... ich hab’s vergessen. Jedenfalls sind die Balkone dicht besetzt und reichlich Beifall schiebt mich vorwärts.

Kilometer 33 in Heidingsfeld und leichtes Gefälle. Nein, nicht ausruhen, Belastung halten, runterwärts schneller, überholen, laufen, laufen. Ich bin im Training. Es ist hart, aber nicht so hart wie viele Läufe auf heimatlichen Trainingsstrecken. Da muss ich dieses Tempo auch oft gehen, es für mehr als eine Stunde halten. Und da ist dann nichts außer meinem Willen, mich anzuspornen. Hier helfen mir die Mitläufer. Oder präziser: Der jeweils nächste, den einzuholen ich die Chance habe. Auch der Sprecher, den sie hier an einer Kreuzung postiert haben, mobilisiert ein wenig. Die Lautsprecher holen mich aus der Anonymität: "Und das ist die Nummer 875, Udo Pitsch aus Königsbrunn!". Trinken, noch mal trinken. Dunkel dröhnender Rocksound in dunkler Passage - durch und weg. Heidingsfeld ade, auf Nimmerwiedersehen.

Die Konrad-Adenauer-Brücke wird mich auf die andere Mainseite bringen. Der Anstieg auf Rad- und Gehweg ist fordernd aber erträglich, der Pulsmesser klettert auf 85%. Die kleine „Bergprüfung“ lässt mich zugleich das noch vorhandene Energiepotential spüren. Mein innerer „Pegelmesser“ signalisiert Beruhigendes: Das geht noch eine ganze Weile so weiter. ‚Aber verdammt, mir tun die Füße ekelhaft weh!’ wendet der Zweifler ein. Den beruhige ich sofort mit dem Argument der vielen Wochenkilometer und fehlenden Ruhetage. Hat funktioniert, er hält jetzt auch die Klappe! Am Anfang der Brücke, am Fahrbahnrand, steht ein Polizeifahrzeug. Die Streife hat ein fernrohrartiges Instrument in Stellung gebracht, das unbesonnenen Autofahrern heftige Schrecken einjagt. Gut, dass ich nur laufe, keine Gefahr 50 km/h zu überschreiten. ;-) Brücke zu Ende, ich schraube mich in engem Rund nach unten. Noch ein paar hundert Meter Schatten, dann muss ich auf die Uferstraße in die Sonne. Egal, jetzt sind es nur noch reichlich sieben Kilometer. Der Traubenzucker-Ständer ist leer und steht an der Seite. Die Straße präsentiert sich übersät mit zerlatschten Zuckerstückchen. Rechts, links, links, rechts, die kleine Schikane durch den Stadteil Sanderau ist erledigt. Obzwar konstant, liegt mein Tempo schon eine Weile nicht mehr so dramatisch über dem der anderen Läufer, entsprechend seltener kann ich einen hinter mir lassen.

Ich freue mich auf den attraktiven Schlussteil. Hinter der Ludwigsbrücke wird wieder der Blick auf Main und Festung frei. Er erfreut die Augen immer noch, obwohl ich mittlerweile mächtig unter dem Tempo leide. Alte Mainbrücke: Viele der Zuschauer sind schon abgewandert, das erleichtert das Laufen. Laufen, laufen, laufen ... Zurück in der Altstadt, ein weiteres Mal die Spirale. Kilometer 39: Noch einmal der aufregende Anblick der Residenz. Durch die Neubaustraße Richtung Main: Linkerhand entdecke ich historische Fassaden, die ich nicht zu bezeichnen weiß. Auf der ersten Runde entgingen sie mir. Und jetzt kann das Bild nicht in mir festhalten, mich nicht konzentrieren, dafür tut es zu weh. Der Pulsmesser tickt nun um 85%. Die Energievorräte werden bis ins Ziel reichen, ganz sicher! Auch der Vorrat an Willenskraft wird sich nicht erschöpfen. Ich WILL das aushalten, ich WILL dieses Tempo durchstehen.

Auf’s Rathaus zu, immer noch jede Menge Remmidemmi hier, die Kapelle intoniert irgendwas „Grunddeutsches“. Richtung Dom, Kopfsteinpflaster, ausweichen auf den breiten Randstein. Ziehen, ziehen, Tempo halten! Falkenhaus: gelb-weißer Rokoko. Marienkapelle: rot-weiße Gotik. Über den Marktplatz, durch die Schustergasse, noch ein lächerlicher Kilometer ... Wieder am Rathaus, Beifall einsammeln, Rampe zur Alten Mainbrücke hoch, Schmerzen in den Oberschenkeln, egal, Tempo halten, weniger Zuschauer als vorhin, auch egal, Tempo halten, Bauchtänzerin verschwunden, erst recht egal, bleib dran! Jetzt noch um die Ecke und dann ist es nicht mehr weit. Blick auf die Uhr, kurz rechnen. Du kannst doch jetzt nicht mehr rechnen! Ok, dann schätzen: Das reicht für eine Zeit unter 3:40h. Schon wieder so ein schwacher Schub Übelkeit! Das erste Mal auf der Brücke. Geht wieder vorbei, kommt nach hundert Meter wieder, lässt wieder nach ... Gleich geschafft, Kilometertafel „42“. Rechts rum, Kopfsteinpflaster, abschüssig. Vorsicht! Bloß jetzt nicht stolpern, die letzte Biegung, ziehen, fünfzig Meter ... die Erlösung! Bin im Ziel.

„Bist du der Mann von Ines?“ Bedenkt man, dass ich vor ein paar Sekunden erst ins Ziel rannte, dann begreife ich recht schnell. Es ist ein ehemaliger Arbeitskollege von Ines, der kurz vor oder nach mir angekommen sein muss und meinen Namen aus dem Lautsprecher hörte. „Ja, bin ich. Ines muss hier irgendwo sein. Sie wird auf mich warten.“ Dann verliere ich ihn aus den Augen, mich interessiert jetzt nur noch eines: Trinken! Mein Durst bringt mich schier um den Verstand. Nach ein paar Minuten halte ich zwei Becher Alkoholfreies in der Hand. Na ja, nach ein paar Sekunden ist es dann nur noch einer. Ines hat mich im Gewühl entdeckt und macht ein paar Aufnahmen, gratuliert mir. Später stößt Stefan zu uns, während ich schon wieder in einer der Schlangen vor dem Bierausschank stehe. Ich winke ihn zu mir und drücke ihm gleich zwei frisch Gezapfte in die Hand. Mit zwei weiteren in meinen Händen stehen wir uns gegenüber und bewerten kurz das Erlebte. Er ist zufrieden und ich bin es (natürlich) auch. Der Abschied fällt uns leicht, in ein paar Wochen werden wir uns - falls keiner der Himmlischen was dagegen hat - in Biel wiedersehen...

 

  Ergebnis

Ines Udo
Halbmarathon 2:00:19
Marathon 3:39:03
Platz 227 von 649 255 von 763
Platz AK 34 von 98 23 von 97

 

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