Entscheidungshilfe –

Bienwald Marathon Kandel 2009

Es geht mir nicht gut; zumindest, wenn ich meinen Maßstab anlege. Es ist der eines ehrgeizigen Läufers. Solche Leute wollen laufen, hart trainieren, sich verbessern, auf ein Saisonziel hinarbeiten. Und da spielt mein Körper derzeit nicht mit. Ich habe keine konkrete, genau lokalisierbare Verletzung vorzuweisen. Nur Schmerzzustände. Was heißt hier „nur“? Immerhin war es vor Weihnachten so schlimm, dass ich ein paar Läufe unter heftigen Schmerzen beendete und deshalb Umfänge, noch mehr Intensitäten, drastisch senkte. Es folgten Arzttermin, tägliche Dehn- und Kräftigungsübungen und der Versuch eines vorsichtigen Wiederbeginns. Was zudem folgte war ein Wechselbad in überwiegend negativen Gefühlen und das Hin-und-her-gerissen-sein zwischen Bangen und – seltener – Hoffen.

Im Februar steigerte ich meine Umfänge wieder. Mal lief es besser, mal schlechter, doch mein rechtes Bein, von der Pobacke als Quell des Übels abwärts, sandte mir stets seltsam widerwillige Signale. Etwas anderes ist noch schlimmer: Laufen macht mir keinen rechten Spaß mehr. Der strenge Winter wirkt da sicher mit, mehr jedoch die Aussicht bei und nach jedem Lauf wieder an diese orthopädische Schmerzgrenze zu stoßen. Eines Februartages dann dies: Über Nacht hat es geschneit; nasser Schnee, knöcheltief. Ich meine mir eine Lauffreude machen zu müssen: Weg vom stereotypen Tapp-Tapp auf Asphalt. Nur zehn Kilometer heute, davon einige querfeldein, auch durch Wald. Das macht Spaß, ist aber sehr anstrengend. Zu anstrengend für den linken Fuß: Am nächsten Tag habe ich üble Schmerzen in der Fersenregion. Fortan kämpfe ich gegen drei Feinde, zweimal Schmerz und einmal Wetter.

Damit keine Zweifel aufkommen: Ich weiß nur zu genau, welche Fehler ich beging, sogar wann und wo. Für das zweite Halbjahr, also nach dem 24-Stundenlauf, schnitzte ich mir ein falsches Konzept. Unter anderem hätte ich mich nie und nimmer zu Bergtraining und dem harten Ultramarathon auf der Schwäbischen Alb hinreißen lassen dürfen. Dummerweise erkennt man die eigene Grenze manchmal erst hinterher …

Nun bleiben mir zwei Alternativen: Das Saisonziel streichen, sofortiges Laufen auf Therapieniveau, mit alternativem Sport alles auskurieren und im zweiten Halbjahr ein sensibler Neubeginn. Die andere: Vorsichtig steigern, Laufprogramm fortsetzen und der Versuch die Verletzungen unter Belastung zu kurieren. Genau genommen sind das keine Alternativen. Die Zäsur einer mehrmonatigen Lauf- und vor allem Wettkampfpause steht inzwischen als fester Entschluss. Wenn nicht gleich, dann spätestens nach Erreichen des Saisonzieles im Juni.

Dass ich nun dennoch versuche, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, meinen Weg laufend fortzusetzen, wird dich – du bist LäuferIn – nicht wundern. Ich klammere mich an die Erfahrung, dass es mir auch in den Vorjahren gelang, diese oder jene Blessur selbst bei gesteigertem Einsatz zu überwinden. Nur kam keines dieser Zipperlein annähernd so massiv daher wie die augenblickliche Malaise.

Fakt ist auch: Wenn überhaupt noch gelingen soll, was ich bis Juni ansteuere, dann muss ich jetzt wieder in die Vollen. Von zwei Test-Marathons, im Bienwald und drei Wochen später in Treviso, Italien, erhoffe ich mir Aufschluss.

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Einige hundert Meter liegt die Startlinie hinter mir. Lustlos schieße ich ein paar Fotos. Sehe „Frett“ den Streakrunner langsam voraus im Heer der Läufer untertauchen. Wir kennen uns von mehreren Wettkämpfen und wechselten am Start ein paar Worte. Ich war nicht bei der Sache, verstand nicht recht den Sinn seiner schnellen Sätze. Auch das zuvor aus den Lautsprechern schallende Grußwort des stoppelgesichtigen, Rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten fand in mir keinen interessierten Zuhörer. Alle Konzentration gilt meinen Beinen: Ich spüre die linke Ferse schon bei jedem Gehschritt und bange: Wird sie durchhalten? Und ich registriere, dass das rechte Bein Unwillen signalisiert ohne auch nur einen Meter gelaufen zu sein. Was wird werden? Ich habe Angst, dass der Test heute gründlich in die Hose geht. Aber was soll’s? Ich muss es einfach versuchen. ‚Wieso musst du? Du könntest dich genauso gut vom selbstgewählten Zwang befreien und dich sofort auskurieren!’ Und schon stecke ich wieder mitten in jenem inneren Disput, der mich seit Wochen beherrscht …

Frett ist verschwunden. Die lange, von einzelnen Fachwerkhäusern zwischen moderneren Fassaden gesäumte Ausfallstraße von Kandel liegt hinter mir. Über freies Feld bläst ein ekelhaft eisiger Wind. Er kann mir wenig anhaben: Oben lang, unten lang, Mütze, Fleece-Handschuhe – zum Ritt gegen die eisige Festung bin ich gewappnet. Und nach ein paar Kilometern wird mich der Bienwald verschlucken, dann wird’s wärmer. – „Kennst du Martin Schöll?“ Eine Läuferin, nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt, eher klein von Gestalt, hat neben mir Position bezogen und sprudelt heraus: „Du bist doch auch aus Augsburg, von der „TG Viktoria“, wie der Martin! Was hat er denn mit seinem Fuß gemacht? Wie hat er sich verletzt?“ Natürlich kenne ich Martin, wir pflegen sogar einen losen E-Mail-Kontakt. Aber, so gebe ich ihr zu verstehen, wir sehen uns selten und wenn, dann bei Laufveranstaltungen. Also weiß ich nicht, welch widriges Schicksal ihn in der Vorwoche erwischte … Für ein, zwei Kilometer entwickelt sich ein Gespräch, der übliche Läufer-Small-Talk; willkommene Ablenkung von körperlicher Selbstbeobachtung.

Ich laufe durch den Bienwald. Darüber bin ich froh, denn der Wind hat hier keine Macht. Aber ich bin auch enttäuscht; von mir selbst enttäuscht, weil ich es nicht genießen kann hier unterwegs zu sein. Der Bienwald entfaltet heute nichts von seinem Zauber, mit dem er mich in den beiden Vorjahren begeisterte. Das liegt an mir, nicht am Bienwald. Das liegt an meinem Handicap, gegen das ich einmal mehr anrenne.

Um den Lauf ohne Ferse-links-Katastrophe zu überstehen, habe ich nigelnagelneue Schuhe an den Füßen; gestern gekauft. Nein, ich bin nicht verrückt. Es sind Asics-Treter und noch nie hatte ich auch nur das winzigste Problem mit deren Passform, weder zu Beginn noch gegen Ende der Nutzung. Schon mehrfach zuvor testete ich verschiedene Modelle der Marke ohne Einlaufphase auf längeren Läufen. Anscheinend verwenden die Schuh-Ingenieure bei Asics einen nach meinen Füßen geformten Leisten … Heute baue ich auf die noch völlig intakte Innenpolsterung des Schuhs an der Ferse. Am liebsten würde ich den linken Haxen in Watte packen. Und tatsächlich scheint meine Rechnung aufzugehen: Die Schuhe fühlen sich gut an und die Ferse brummelt nach dem Einlaufschmerz nur noch ein bisschen vor sich hin.

Seit geraumer Zeit fliegen die LäuferInnen des Halbmarathons auf Gegenkurs vorbei, elf Kilometer liegen hinter mir. Weitere Fotos entstehen, noch immer lustlos. Lustlos renne ich auch durch die Gegend und widme meinem Innenleben mehr Aufmerksamkeit, als dem Geschehen um mich her. Trotzdem wird mir das Seltsame meiner Unternehmung nicht bewusst: Ich bin wie einer, den man ans Steuer eines 30-Tonnen-Lkw setzt und eine notdürftig reparierte Brücke zur Probe ihrer Tragfähigkeit überqueren lässt. Alle, vor allem der Fahrer, bangen um die Brücke: Wird sie halten? Aber keiner, am wenigsten der Mann im Lkw, bedenkt die Folgen: Was passiert mit dem Fahrer, wenn sie zu schwach ist? Na gut, die Ferse muckt nur noch ein bisschen. Dafür registriere ich einen neuen Effekt. Ober- und Unterschenkel links verhärten sich. Anscheinend schont mein Nervensystem automatisch und auf mir nicht ersichtliche Weise die malträtierte Ferse; leider zu ungunsten der übrigen Muskulatur. Ich konzentriere mich eine Weile auf meinen Laufstil, versuche die Schritte ganz bewusst „rund“ zu setzen.

Bin ein wenig vereinsamt – äußerlich. Nach der Halbmarathonwende blieb vom dichten Feld nur noch eine lose Läuferkette übrig. Auf der Gegenseite tröpfeln bereits die schnelleren Marathonis vorbei. Ich weiß einige Bekannte unter ihnen und will zumindest Kraxi und Matthias nicht verpassen. Beides exzellente Läufer mit reichlich Sub3h-Potential, die heute in 3:15 Stunden einen lockeren Trainingslauf abspulen wollen. In Kältevermummung und kleiner Gruppe laufend hätte ich sie dann fast verpasst. Da ich solo daher trabe, erkennt mich Kraxi zum Glück rechtzeitig. So gelingen ein Gruß und zu einem halbwegs geglückten Abklatschen mit Matthias reicht es auch noch. Ein schöner Moment und die Freude darüber die beiden zu treffen hält für Minuten. Aber sie gibt auch zusätzlich Anlass mit mir zu hadern, weil sie mir vor Augen führt wie klein der Spaßfaktor heute ausfällt.

Aber ich laufe und einstweilen zählt nur das. Mit 3:50 Stunden will ich diesen Lauf abschließen, auf keinen Fall schneller und nach Vermögen auch nicht langsamer. Dementsprechend bewegt sich mein Tempo zwischen 5:20 bis 5:35 min/km. Je nachdem, ob es gerade leicht abwärts, aufwärts, mit oder gegen den Wind geht. Mitten im Bienwald nutzen Böen die breite, von der Straße geschlagene Schneise, um zuweilen ihre Kraft zu demonstrieren. Zeiten, Lauftaktik, Wind, alles (fast) unwichtig, ich registriere es kaum. Dafür das: Nach nur 18 gelaufenen Kilometern spüre ich deutliche Abnutzungserscheinungen in den Beinen. Um die Ferse mache ich mir unterdessen keine Gedanken mehr. Wie es scheint hat sie sich in ihr Schicksal ergeben. Doch generell fühlt sich alles müde und ausgelaugt an. Von leichten Unmutssignalen, die das rechte Bein aussendet, gar nicht zu reden. Aber es geht und der 30-Tonnen-Lkw hat schon fast die Brückenmitte erreicht …

An der Halbmarathonmarke liegen 1:54 Stunden hinter mir. Der Kampf gegen die Dämonen gestaltet sich meinen Spekulationen der letzten Tage entsprechend: Erträglich, aber nicht beschwerdefrei. Also weiter. Ich will hier nur achtbar ankommen und trotzdem morgen wieder gehen und übermorgen wieder trainieren können. So lautet die Nagelprobe. Achtbar ankommen? Da ich jetzt den längeren der beiden Wendeabschnitte beginne, bewegen mich erste Zweifel, ob die Kraft reichen wird. Immerhin stehen aus den letzten Wochen nur je 60 bis 70 Kilometer zu Buche, davor noch weniger. Tempotraining, Intervalle und Fahrspiele waren witterungs- und verletzungsbedingt nicht möglich. Und ich bringe es gerade mal auf fünf lange Läufe. Und ich Narr erhoffe mir hier auf Zickzackkurs im Bienwald ein kleines Wunder.

Wieder begegne ich Kraxi und Matthias, ein wenig Aufhellung inmitten sonstiger Tristesse. Ein paar Mal tröpfelte es aus grauem Himmel. Der Wetterbericht prophezeite stärkeren Regen am Nachmittag, doch einstweilen scheint Petrus noch Gnade walten zu lassen. Meinem Magen geht es heute auch nicht besonders. Ich trinke ohnehin nur Wasser und selbst das stößt mir unangenehm auf. Seltsam. Mehr als einmal will es mir scheinen, als hätte ich das Marathonlaufen verlernt. Eine verstörende Idee. Aber ich lasse sie zu, wiewohl ich keinen der unangenehmen Gedankengänge der letzten Zeit und nicht das leiseste Missempfinden unterdrückte. Ich stecke tief im Tief und wenn ich da wieder raus will, schadet Verdrängen, hilft nur der ehrliche Blick in den Spiegel.

Vor mir keucht einer. Ungelogen: Der stampft, faucht, bläst, brummt und zischt wie eine altersschwache Dampfmaschine kurz vor der Havarie. Noch Minuten nachdem ich an ihm vorbei zog schallt mir seine ächzende Lärmkulisse im stillen Bienwald hinterher. Ich fühle mich unangenehm berührt und versuche von ihm fort zu kommen. Wie der würde ich nicht laufen wollen. Natürlich nicht. Aber so wie ich derzeit laufe, lädiert und ohne rechte Freude, will ich auch nicht mehr (lange) laufen müssen. Es scheint gleichgültig, was ich heute sehe oder erlebe, alles entfacht immer wieder dieselben negativen Gedanken. Ich muss da durch und ich will da durch.

Letzte Wende vorbei, Kilometer 27. Es hat zu regnen begonnen. Dicke, stete Tropfen drohen mit Dauerregen. Im Nu ist der Asphalt des Waldweges nass. Egal. Ich friere nicht und zwei Streckendrittel wurden uns immerhin trocken geschenkt. Ich halte Tempo, mit zunehmend schwereren Beinen. Im Gesäß rechts beginnt es zu ziehen. Nur leicht, kaum merklich, wie erwartet. Einer, der mich aus dem Läuferforum kennt, den ich jedoch leider nicht zuzuordnen weiß, grüßt mich zum zweiten Mal. Diesmal fügt er ein „ … und wie geht es dir jetzt?“ hinzu. Gestern erst habe ich im Forum angezeigt heute hier zu laufen und die Umstände nicht verschwiegen unter denen das geschieht. „Gar nicht gut!“ antworte ich wahrheitsgemäß. Um seinen Kommentar zu verstehen ist er schon zu weit weg.

Die Kilometer ziehen sich in die Länge. Da der Wald mir heute wenig bedeutet, fehlt es an Abwechslung. Ein Paar – sie fielen mir bereits vor Stundenfrist am Rand der ersten Wendeschleife auf – steht unvermittelt da und klatscht. Schön, dass es immer wieder Menschen gibt, deren Enthusiasmus sie an der richtigen Stelle zur rechten Zeit stehen und Beifall spenden lässt. Heute berührt es mich mehr als sonst. Ich sage „Danke!“ und grüße mit Handzeichen. Wider Erwarten endet der vermeintliche Dauerregen als unbedeutender Schauer. Ein gutes Zeichen?

Schleife beendet, zurück auf der Straße durch den Bienwald. Aus den Vorjahren weiß ich, dass mir jetzt die langweiligsten Kilometer bevorstehen. Auf breitem Asphaltband schweift der Blick weit voraus und findet kaum Läufer. Auch von hinten keine Laufgeräusche. Quälend langsam schaltet das Forerunner-Zählwerk weiter: 32, 33, 34 … Ich lege mich heftig ins Zeug. Vorbei die Zeiten, in denen ich sorgenfrei Marathons im Wochentakt wie Perlen eines Rosenkranzes herunter betete. Diese Entwicklung hat etwas Erniedrigendes. Dabei entbehrt solches Empfinden objektiv gewertet jeder Grundlage: Ausdauer, zumal hohe, will erarbeitet sein. Und sie hält sich nur, wenn man sie von Trainingswoche zu Trainingswoche, von einem harten Lauf zum nächsten, erneuert. Nichts dergleichen habe ich vorzuweisen. Hinter mir liegt ein „Trainingsloch“ und zu wirklich intensiver, harter Ausdauerarbeit werde ich auch in absehbarer Zukunft nicht fähig sein.

Mitteilungen von Ferse und rechtem Bein dringen nicht mehr durch. Während der körperlichen Strapaze letzter, hart umkämpfter Marathonkilometer ersaufen einzelne Wahrnehmungen in einem blubbernden See der Pein. Bin runter von der Straße, kämpfe mich über die Kilometer 38 und 39. Irgendwo kommt mir Kraxi aus Richtung Ziel entgegen. Locker und strahlend, nach einem Marathon in 3:15 Stunden auslaufend. „Ich komm’ gleich nach!“ meint er nur und ich hoffe inständig, dass das nicht so bald sein wird. Ansprache, Unterhaltung, meine ich jetzt nicht mehr ertragen zu können. Der Bienwald tritt zurück, noch ein paar hundert Meter bis zu den Häusern von Kandel. Eisiger Wind von schräg vorne mehrt die Anstrengung. Ich halte Kurs, lasse nicht nach. Ein leichtes Übelkeitsgefühl stellt sich ein. Ich bin dabei mich zu verausgaben heißt das übersetzt. Also ein klein wenig langsamer. Entlang der rückwärtigen Gärten einer Kandeler Häuserzeile geht es nun auf schnurgeradem Radweg dahin. Ich kenne diese Passage: Obwohl kaum länger als 1,5 Kilometer kommt sie dir vor wie 15. Und wie schon in den Jahren zuvor, ziehe ich auch heute auf diesem Abschnitt an mehreren Läufern vorbei. Egal. Heute vollkommen egal.

Rechts ab auf die Straße zum Stadion. Kilometer 41. Ich kämpfe und stöhne in Gedanken: ‚Heute darf der Marathon wirklich keinen Meter länger sein!’ Ich laufe nicht mehr: Ich stakse, stottere, stampfe. Mein 60. Marathon, einer der langsamsten, zugleich härtesten und unschönsten. Linkskurve, vor mir das Stadion. Gleich! Gleich geschafft! Halt durch! Kraxi hat mich eingeholt, begleitet mich durch das Stadiontor und die Kurve. Zuletzt, schon auf der Gegengerade der Tartanbahn, blicke ich auf die Uhr und werde etwas schneller. Ein Reflex. Nichts Bewusstes. Kein Ehrgeiz treibt mich heute vorwärts, einzig der Wunsch, es zu überstehen. Vor mir das Ziel. Im Ohr den Stadionsprecher, der meinen Namen erwähnt. Im Bauch aufschießende Übelkeit. Noch ein paar Meter … die Zeitnahme … letzte Schritte. Geschafft.

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Es war notwendig. Ganz bestimmt. Entscheidungen brauchen Fakten als Grundlage. Ein paar habe ich heute gesammelt. Vor mir liegen drei Trainingswochen, die ich mit je etwa 80 bis 90 Kilometern und einem weiteren Marathon abschließen möchte. Dann steht eine Entscheidung an: Reicht es, um sich von Testwettkampf zu Testwettkampf vorwärts zu tasten? Reicht es körperlich und – genauso wichtig – reicht es mental? Werde ich Spaß daran haben? Oder gebe ich die Wettkampfplanung auf und spendiere meinem Körper sofort die später unvermeidliche Alternative?


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