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  Unser  Laufjahr  2018  

          Same procedure as last year  -  Ines' Laufjahr

An Ines' Einstellung zum Laufen hat sich im zurückliegenden Jahr nichts geändert. Sie legte den Schwerpunkt auf Trainingsläufe aus Spaß an der Freud' und zur Gesunderhaltung. So weit möglich hielt sie sich an das selbstgesteckte Ziel von vier Trainingseinheiten pro Woche.

Ines' Laufjahrstatistik
Gelaufene Kilometer: 1.313
Trainingstage: 159
Wettkämpfe: 1

In der kalten Jahreszeit nützt Ines vor allem das Wochenende, um die ungeliebten Läufe in abendlicher Dunkelheit zu vermeiden. Drei Tage ohne Laufpause, Freitag bis Sonntag, sind nicht ideal, werden jedoch von einem über viele Jahre ans Laufen gewöhnten Bewegungsapparat toleriert. Relativ kurzfristig entschied sich Ines für die Teilnahme am Halbmarathon in Linz. Vorteil: Wir konnten ihre Halbmarathonrunde gemeinsam bestreiten. Gelegenheit also zum "Paarlauf". Nachteil: Nach unzureichender Vorbereitung ging es um nicht mehr als "laufend ankommen". Die Freude kam dabei nicht zu kurz und damit war der Zweck erreicht!

Unsere Wettkämpfe 2018

 

Ines

Udo

Roxi

T1 Marathon Budweis (CZ in der Halle)    
Hallenmarathon Senftenberg    
Thermenmarathon Bad Füssing    
Hallenmarathon Pfohren    
Jokertrail (51 km, 1.900 Hm)    
Bienwald Marathon    
Würzburger Gedächtnislauf (44 km)    
6h-Lauf Fürth (wetterbedingt in der Halle)    
Berliner Ostermarathon    
50 km Ebershausen  
Linz Marathon / Ines: Halbmarathon  
Tuscany Crossing (IT) 102 km, 3.200 Hm    
12h-Lauf Langenzersdorf (A)    
Welschlauf (Marathon in A)
Salzburg Marathon (A)    
Olympian Race (GR) 180 km, 4.400 Hm  
Sommeralm Marathon (A)
Triple Marathon (NL > D)  
Night52 Ultralauf
Königsschlösser Marathon Füssen  
6h-Lauf Schwindegg  
100 Meilen Berlin, der Mauerweglauf
Koblenz Marathon    

Mit stotterndem Motor - Udos Laufjahr

Für meinen Saisonhöhepunkt, den Olympian Race in Griechenland, musste ich bereits bis Mai Ausdauer für 180 Kilo- und etwa 4.400 Höhenmeter aufbauen. Geruhsames, im Umfang reduziertes Wintertraining, samt weitgehendem Verzicht auf Wettkämpfe, wie ich das in all den Jahren zuvor praktizierte, kam folglich nicht in Frage. Noch im Dezember des Vorjahres, gehäuft dann in Januar und Februar, wollte ich mit steigenden Umfängen, nicht zuletzt im Rahmen harter Aufbauwettkämpfe, diese Absicht umsetzen. Allerdings rechnete ich nicht mit dem massiven Widerstand - unter anderem in Form einer Erkältung-, den mein winterhassender Körper diesem Ansinnen entgegensetzte. Beispielsweise blieb von der 100 plus 50 km-Planung anlässlich der Hallenmarathonläufe in Senftenberg, Ende Januar, lediglich und ersatzweise ein Marathon übrig. Damit fehlte meiner Vorbereitung ein wesentlicher Meilenstein! Infolge dergestalt stotternden Trainingsmotors trat ich zum Olympian Race auf dem Peloponnes allenfalls ausreichend vorbereitet an. Eine realistische Selbsteinschätzung, die sich im sportlich mäßigen Ergebnis widerspiegelte. Zeitweise stand sogar das Finish, rechtzeitig vor "Cut Off" das Ziel zu erreichen, auf der Kippe.

Als weiterer Höhepunkt standen 2018 noch die 100 Meilen von Berlin, der Mauerweglauf, auf meiner Agenda. Bis Mitte August wollte ich den Spagat zwischen nötiger Regeneration nach dem Griechenlandabenteuer und neuerlicher Vorbereitung auf einen sehr, sehr langen Kanten stemmen. Letzteres konnte nur halbherzig gelingen, wollte ich die Erholung nach dem Olympian Race nicht gefährden. Entsprechend schwer fiel mir diesmal die Runde ums ehemalige Westberlin.

In der Summe klingt das nach Unzufriedenheit und wenig Laufspaß 2018. Dieser Eindruck indes stellte mein Empfinden komplett auf den Kopf. Ich erlebte auch in diesem Jahr Sternstunden, wie sie mir nur der Laufsport und ganz besonders ultralanges Laufen bereiten kann. Unvergesslich Strecke und Sonnenaufgang in der Toskana beim Tuscany Crossing. Mehr als 100 Kilometer weit Frühling auf grünen, italienischen Hügeln. Traumhafte Kalenderansichten (siehe Bild unten rechts), die einen Landschaftsenthusiasten zu Tränen rühren. Dann die griechische Gastfreundschaft, das Gemeinschafterlebnis Ultralauf und einmal mehr ein Sieg über innere Widerstände: So unerbittlich er mich auch forderte, der Olympian Race gehört zu meinen schönsten Lauferlebnissen. Last but not least in Berlin das Sahnehäubchen des Laufjahres, 160 Kilometer an der Seite meines Freundes Mike. Läuferische Höhepunkte - und nur die wichtigsten sind hier erwähnt -, die jedwede Entbehrung und alle sportlichen Unzulänglichkeiten viel mehr als aufwiegen.

Nach dem Koblenz Marathon verordnete ich mir fürs letzte Drittel des Laufjahres eine Wettkampfpause. Tempoarbeit, Lauf-ABC, Krafttraining zweimal pro Woche, statt weiterer Marathon- und Ultraläufe. Diese Zäsur verfolgt zwei Ziele: Die Erweiterung meiner "Tempobandbreite" in Richtung "schneller", zur Vermeidung frühzeitiger Erschöpfung auf längeren Distanzen, wie ich sie in diesem Jahr mehrheitlich erlebte. Zum anderen möchte ich meine orthopädische Verfassung verbessern, die unter vielen überlangen Ultras der letzten Jahre, mehr noch dem dafür nötigen enormen Trainingsumfang, gelitten hat.
Udos Laufjahrstatistik
Gelaufene Kilometer: 4.291
Trainingstage: 226
Krafttrainingstage: 63
Wettkämpfe: 25
- davon Marathon: 15
- davon Ultra: 10

Alter schützt vor Ultra nicht - Roxis Laufjahr

Umgerechnet in Menschenjahre war unsere Hundedame Roxi in diesem Sommer so alt wie ich selbst. Somit sollte meine ständige Trainingspartnerin Marathon- und kürzere Ultrastrecken noch mühelos bewältigen können, auch wenn mittelgroße Hunde mit elf Lebensjahren bereits als betagt gelten. Der Unterschied zwischen uns beiden: Ich kann Unpässlichkeiten mitteilen, Roxi wird mir selbst dann folgen, wenn es ihr gerade an Kraft gebricht, aus welchen Gründen auch immer. Erheblich weiter als Marathon mögen wir ihr deshalb nicht mehr zumuten. Einschließlich anderer Ausschlussgründe war es mir in den vergangenen Monaten leider nur dreimal möglich Roxi dabei zu haben. Ein Bergmarathon, ein Ultralauf von 52 km und ein Kurzeinsatz auf einer Etappe des Mauerweglaufs stehen auf Roxis Laufliste. Fazit: Auf keinem unserer gemeinsamen Wege ließ Roxi ein Limit erkennen - ganz im Gegensatz zu mir ...

Was werden soll - Laufaussichten ...

Hinter Ines' Planung für 2019 steht gegenwärtig ein orthopädisches Fragezeichen. Insofern nicht verwunderlich, dass sie bislang keine Ziele ins Auge fasste. Zudem ließ sie sich schon in 2017 und 2018 eher von läuferischer Spontanität als Planungsprinzip leiten. Laufen wird sie, das steht außer Frage, nur wann, wo, was oder wie viel, bleibt abzuwarten.

Auch mit 65 gehen einem leidenschaftlichen Läufer die Ziele nicht aus. Auch nicht im Ultrabereich, nicht einmal auf Distanzen, die eigentlich nicht für "joggende Opas" erfunden wurden. Anders als vordem bleibt mein Planungshorizont jedoch in überschaubarer Entfernung. Will heißen: Konkrete Vorstellungen gibt es bis zum Sommer 2019. Höhepunkte: Anfang Juni möchte ich hinter eine hochattraktive Position meiner Lebens-Lauf-Todo-Liste einen Haken setzen: Comrades Ultramarathon in Südafrika. Der ist mit einigen Marathons und Ultras vorzubereiten. Zum insgesamt dritten Mal werde ich im August die 100 Meilen von Berlin, den Mauerweglauf, absolvieren. Was danach kommt, steckt noch im Planungsstadium "Idee".