Unser Laufjahr 2009

Ines' Laufjahr

Die wesentliche "Neuerung" unseres läuferischen Daseins gehört an den Anfang dieser Zusammenfassung: Roxi beendete drei Jahre Leben und Laufen ohne Hund! Nach etwas chaotischer Anfangsphase wurde Roxi zur treuen Begleiterin auf beinahe sämtlichen Laufkilometern. Ihrem Spitznamen "Born to be wild" wird sie auch als unermüdliche Läuferin gerecht. Gemeinsame Läufe von Ines und Udo haben seither wenig Chancen, denn Roxi freut sich, wenn sie zweimal am Tag joggend "bewegt" wird. Auch, dass Ines nun bei Trainingsläufen in der Dunkelheit nicht mehr alleine unterwegs sein muss, gibt uns ein gutes Gefühl. Und nun noch ein wenig Statistik zu Ines' Laufjahr:

Gelaufene Kilometer 2009:       976

Volksläufe:

    10 km-Lauf Spreewald
    Sonnwendlauf 10 km rund um den Grüntensee, Allgäu
    1. Augsburger Nachtlauf, 5 km, zweimal um den Kuhsee
    Partnerlauf Ebershausen, 5 km
    Silvesterlauf Willmatshofen 4,8 km

Udos Laufjahr

Das Jahr 2009 brachte mir läuferisch die größte aller möglichen Katastrohpen: NICHTS geht mehr. Geplant war eine erneute Teilnahme an der DM im 24h-Lauf. Geplant war auch, dort nach einer anders strukturierten, nicht mehr ganz so Kilometer-fressenden Vorbereitung den Erfolg möglichst zu wiederholen. Doch schon vor Weihnachten 2008 plagten mich heftige Schmerzen, die im Gesäßbereich rechts angesiedelt waren. So heftig, dass ich diverse Trainings abbrechen musste. Ich versuchte dieses Problem zu lösen, wie alle ähnlichen zuvor: Eine Zeit lang kürzer treten, dann Umfang und Intensität wieder anziehen. Doch diese Strategie, mehrmals erfolgreich erprobt, versagte. Einer der einen 24h-Lauf durchzieht, ist ein harter, extem leidensfähiger Typ. Das ist kein Eigenlob, sondern schlicht die Grundvoraussetzung, um derlei Tortur durchstehen zu können. Und genau diese Eigenschaft stand mir nun im Weg. Zwar erkannte ich meine Fehler, die natürlich noch in 2008 zu suchen waren, bedauerte vehement mir nach dem 24h-Lauf übermütig weitere Höchstleistungen abgefordert zu haben, statt ausgedehnt zu regenerieren. Doch das hinderte mich eben nicht daran, entgegen aller Voraussicht und die Stimme meines Körpers missachtend, noch zwei Marathons als Test zu finishen. Dann war jedoch auch mir klar, dass es so nicht weiter geht. Die Zäsur war unausweichlich, weil die Schmerzen sich nicht besserten und - was mich gleichermaßen niederdrückte - weil Laufen mir keine Freude mehr machte.

Was folgte waren Arztbesuche und physiotherapeutische Betreuung. Ich wählte meinen Arzt mit Bedacht. Dr. Andreas Weniger, Sportarzt und Allgemeinmediziner und was mir noch wichtiger war: Weltklassemarathoni in den 1980er-Jahren mit einer Bestzeit von 2:12h! Medizinischer gepaart mit läuferischem Sachverstand. Das ist einer, der die Wirkung seiner Verordnungen nicht nur im Kopf, sondern am eigenen Körper nachvollziehen kann. Und ein guter Psychologe scheint er auch zu sein. Zunächst erhielt ich 6 Wochen Laufverbot. Nun gut, das siehst du ein. Immerhin ist das Fahrgestell völlig im Eimer. Aber danach wirst du mit Fleiß und Zähigkeit wieder an gewohnte Maßstäbe anknüpfen. Vielleicht geht ja im Herbst 09 noch was? Der Frust war gewaltig, als sich nach vorsichtigstem Wiederanfang, das Schmerzbild in ähnlicher Weise wieder einstellte. Bei weiteren Arztbesuchen ließ Dr. Weniger die bittere Tragweite meiner Verletzung nur schrittweise an mich heran. Jedes Mal steckte er den zeitlichen Rahmen weiter. Alsbald war mir klar, dass ich 2009 abschreiben konnte. Gegen Frust hilft nur Entschlossenheit und der unbedingte Wille alles zu tun was nötig ist. Und es war eine Menge nötig. Dehnen, Krafttraining, Lauf-ABC, Koordinationsübungen, Massagen, manuelle Therapie und Gespräche. Und trotzdem wollte sich lange keine durchgreifende Besserung einstellen. Ausgangs des Sommers 2009 machte ich eine seltsame Beobachtung an mir. Harte Trainingseinheiten, kürzere, scharfe Läufe und Intervallmethoden, hinterließen mich mit deutlich geringeren Beschwerden, als lange, langsame Läufe um die 15 Kilometer. Und dann kam jener Tag im September, an dem ich ein neues Rezept für die manuelle Therapie brauchte und wieder in Dr. Wenigers Praxis saß. Da sprach er ein Langsamlaufverbot aus! Nur noch so weit, wie ich mit beachtlicher Geschwindigkeit laufen könne. Und vor allem solle ich auch 200-Meter-Intervalle machen und andere Tempogeschichten pflegen. Es war eine Art Offenbarung, hatte mir mein Körper doch zuvor schon genau diese Tendenz, schnell und nicht so weit, als den richtigen Weg aufgezeigt. Es geht einfach darum meinen Laufstil nach den vielen tausend langsamen Kilometern zu reparieren. Der hatte unter dem ewigen Schlappschritt des Ultratrotts gelitten. Nerven - vor allem der Ischias rechts - wurden überreizt, Sehnenansätze entzündeten sich. Dazu kam mein Wirbelsäulenproblem. Ich ging mit frischem Mut ans Werk, lief kaum mehr weiter als 10 km, vier- bis fünfmal die Woche.

Die einschneidende Änderung kam über Nacht. Wir kehrten von zweiwöchentlichem Italienurlaub heim und ich schnürte erstmals wieder in heimischen Gefilden die Laufschuhe. Der satanische Schmerz im Pobereich rechts und tiefer in der Oberschenkelrückseite war vollkommen verschwunden!!! Und das blieb bis heute so. Vielleicht hat mein Nervensystem jetzt kapiert, dass ich wieder richtig laufe und kein Grund mehr vorliegt mir weh zu tun. Nun werde ich im Frühjahr 2010 versuchen über die Halbmarathondistanz zu gehen. Und wenn das schmerzfrei gelingt, dann ...

Gelaufene Kilometer: 2023

Marathons & sonstige Volksläufe:

    Bienwald Marathon, Kandel

    Treviso Marathon, Norditalien

    Sonnwendlauf 10 km rund um den Grüntensee, Allgäu

    Partnerlauf Ebershausen, 5 km

    Silvesterlauf Willmatshofen 4,8 km

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